Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Salz & Pfeffer: Zur Stadt Krems

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer aus dem FREIZEIT-Kurier - "Ein Klassiker lebt."

Fast sah es so aus, als wäre vergangenen April eine Epoche zu Ende gegangen: Die Gastwirtschaft "Zur Stadt Krems" - der Archetyp des Alt-Wiener Vorstadt-Gasthauses, mit Gastgarte n und antiker Kegelbahn - machte zu, Frau Elfriede Facekas ging nach 30 Jahren in Pension, wer und ob überhaupt jemand nachfolgt, war ungewiss und ungeklärt.

Aber es folgte Daniel Karl, Betreiber des Wiedener Café Wortner, mit seinem langjährigen Geschäftsführer Bernhard Thiemer. Umfang (groß) und Preisniveau (klein) der Karte blieben gleich, eine kleine Tendenz von der ursprünglich extra-traditionellen Wiener Küche zu einer etwas klassischeren Variante ist freilich schon festzustellen. Wie auch immer, der Mann in der Küche ist jedenfalls ein Garant fürs Authentische: Er kochte jahrelang im Gmoakeller. Der urig-finstere Schankraum fiel der Renovierung und Installierung neuer WCs leider fast ganz zum Opfer, der Rest wurde aber bewahrt, so gut es halt ging.

Dafür gibt's jetzt drei Biere offen, die Grießnockerlsuppe war sehr okay (3,60 €), der gesulzte Karpfen schön bodenständig, aber vielleicht ein bisserl ungewürzt (7,90 €), das Alt-Wiener Backfleisch von der Beiried groß und gut, und wenn man die Panier etwas weniger fett hinkriegen könnte, sicher noch besser. Fazit: Ein Klassiker lebt.

Gastwirtschaft Zur Stadt Krems, Wien 7, Zieglergasse 37, Tel.: 01/523 72 00, Mo-So 11-24

Homepage: www.zur-stadt-krems.at

aus: FREIZEIT-Kurier vom 11.7.

Lesen Sie jede Woche in Salz & Pfeffer die Restaurant-Kritiken von Florian Holzer.

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