Salz & Pfeffer: Zum Weißen Tiger

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer aus dem FREIZEIT-Kurier - "Das beste Neo-Beisl dieser Saison"


Im Jahr 1859 entkam ein weißer Tiger aus dem Käfig des Zirkus Renz. Damals die Sensation schlechthin, und aus dem nahen Gasthaus "Zum Goldenen Brunnen" wurde also gleich einmal das Gasthaus "Zum Weißen Tiger".

Ein Beisl wollten Bernhard und Peter Basziszta immer schon machen, und als dieses Leopoldstädter Traditionsgasthaus leer stand, hatten sie nicht nur den Platz gefunden, sondern auch schon den richtigen Namen dafür. "Ein traditionelles Wiener Wirtshaus am Stand der Zeit", war das Thema.

Man renovierte gründlich und schuf ein sehr schlichtes, schönes Lokal mit hübschem Gastgarten, aus dem Zapfhahn kommt das erstklassige Innviertler Schnaitl Pils, das es in Wien sonst nirgendwo gibt, und Küchenchef Stefan Grassl (zuvor im Hotel Triest) legt eine Wiener Küche vor, die wirklich Freude macht: keine Convenience-Produkte, wie derzeit leider so oft, aber dafür traditionelle Rezepte und Top-Qualität: Spargelcremesuppe mit einem großartigen, knusprigen Kitz-Tascherl etwa (3,90 €), ein Rieslingbeuscherl, das man gut und gerne als perfekt bezeichnen könnte, mit Gulaschsaft und Muskat-duftigen Serviettenknödeln (10,90 €), und - Halleluja! - Beinfleisch mit Mark, grandios kümmeligen Rösti und feinem Cremespinat (11,90 €). Das mit Abstand beste Neo-Beisl dieser Saison.

Zum weißen Tiger, Wien 2, Schmelzg. 9, Tel.: 0699/192 51 926, Mo-Fr 11-23

aus: FREIZEIT-Kurier vom 27.6.

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