Salz & Pfeffer: HONOBONO

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer aus dem FREIZEIT-Kurier - Diesmal: Erstklassige Häppchen auf Japanisch.

Als vor fünf Jahren das erste "Honobono“" in Wien eröffnete, musste man den Betreiberinnen für ihren Mut noch gratulieren: Sie kochten Ramen, die japanische Nudelsuppe, in zahlreichen Varianten, und ließen den gerade grassierenden Sushi-Boom mehr oder weniger links liegen. Und auch beim Design ging man nicht auf Nummer sicher, sondern setzte statt panasiatischer Kantinen-Beliebigkeit auf drastische Manga-Comic-Ästhetik.

Der Mut wurde belohnt, das Lokal läuft prächtig, vor einem Monat wurde nun eine Filiale neben dem Naschmarkt eröffnet. Das Problem dabei: Die Gestaltung des Vorgängerlokals – des mit wechselhaftem Glück und Konzept agierenden "Jin’s Teahouse" – wurde kaum verändert, das urbane Tokio-Feeling des ersten Honobono muss man hier somit vermissen.

Und auch in der Karte scheint man gewisse Zugeständnisse an die Location gemacht zu haben, etwa in Form von "Designer-Sushi" und nepalesischem Curry. Die japanischen Happen wie Age Dashi Tofu (4,60 €), gebackener Tintenfisch (4,90 €) oder Spinat mit Algen und Sesam (3,20 €) sind nach wie vor erstklassig, die Nudelsuppen wirken etwas überladen, und auch die Brühe entspricht nicht ganz den Erwartungen – zumindest von jenen, die den wunderbaren Film "Tampopo" gesehen haben.

Honobono, Wien 6, Linke Wienzeile 38, Tel.: 01/581 27 79
Mo-So 11.30-15, 18-22.30

aus: FREIZEIT-Kurier vom 17.1.

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Erstellt am 05.12.2011