Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Salz & Pfeffer: CAFÉ GOLDEGG

Die Restaurant-Kritik von Florian Holzer aus dem FREIZEIT-Kurier - Ein Kaffeehaus mit "historischem Atem"

Alles lässt sich neu errichten, alles bis auf ein Kaffeehaus. Denn um so wirklich echt zu sein, muss ein Kaffeehaus Patina und historischen Atem besitzen, und so etwas lässt sich halt auch nicht mit viel Geld oder vom besten Innenarchitekten realisieren.
Das wunderbare Café Goldegg, etwas abseits in der Wieden gelegen, hat das alles: Parkettboden, Billard-Tische, tolle Messingluster, wunderbare Sitz-Nischen, Flair ohne Ende.

Und umso schöner, dass dieses Café kürzlich von Jutta Scheuch, einer Quereinsteigern aus der Nachbarschaft, nicht nur neu übernommen, sondern kulinarisch auch ein bisschen der Gegenwart angepasst wurde: Natürlich gibt’s nach wie vor unverzichtbare Standards wie Würstel mit Saft, Toast oder ein exzellentes kleines Gulasch, dessen Saft mit reichlich Wacholderbeeren gewürzt war (7,50 €).

Aber eben nicht nur, sondern auch "kreative" Varianten wie Club-Sandwich aus selbst gebackenem Naan-Brot, Goldegg-Burger im Bio-Dinkellaibchen oder Wurstsalat mit Zitronentopfen. Auch der Heringssalat – auf Joghurt-Basis, mit Granatapfelkernen, Sesam, Gurke und Sprossen – war super, hätte aber etwas mehr Hering vertragen (4,90 €). Ein Schwachpunkt ist leider der Kaffee – aber das wäre ja durchaus auch wieder sehr traditionell.

Café Goldegg, Wien 4, Argentinierstr. 49, Tel.: 01/505 91 62,
Mo-Fr 7-21, Sa 8-20, So 9-20
Homepage: www.cafegoldegg.at

aus: FREIZEIT-Kurier vom 10.1.

Lesen Sie jede Woche in Salz & Pfeffer die Restaurant-Kritiken von Florian Holzer.

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