Rollfähre: Der Staatsanwalt ermittelt noch

Foto: Stefan Straka

Mit neuer Mannschaft sticht das Schiff in die Fährsaison. Der Ausgang des Rechtsstreites ist aber noch völlig offen.

Ahoi und auf geht es zum anderen Donauufer. Ohne Verspätung startet das traditionelle Fährschiff in die diesjährige Dienstleistersaison. Der große Ansturm ist in den vergangenen Tagen noch ausgeblieben. Doch an diesem Wochenende rechnen die Fährschiffer wegen des frühlingshaften Ausflugswetter mit einer Vielzahl an Passagieren.

Über die Wintermonate wollten die Schiffseigner das Boot in einer Werft in Serbien fachgerecht überholen lassen. Der Plan, 120.000 Euro in die Fähre zu investieren, musste allerdings im Jänner wieder verworfen werden. Zwar hatte die Staatsanwaltschaft zur Außerlandesbringung des Schiffes grünes Licht gegeben, jedoch scheiterte die Fahrt an einem geeigneten Schubverband und letztlich auch an dem Eisstoß, der die Schifffahrt östlich von Wien im Februar zum Erlahmen brachte. „Die spätere Abfahrt haben wir wieder verworfen, weil sich sonst der Saisonstart um Wochen verzögert hätte“, sagt der Geschäftsführer der Donaurollfähren-Gesellschaft, Johannes Klos. Die Sicherheit des Schiffes sei aber gewährleistet. Das Schiff wurde erst im Vorjahr von der Schifffahrtsbehörde auf Herz und Nieren geprüft. Derzeit werden zwei neue Mitarbeiter am Ruder angelernt.

Neues Standbein

Den bisherigen Schiffsführer hat Klos quasi aus der Schusslinie genommen. „Die Firma hat jetzt auch einen Handel mit Booten. Darum kümmert er sich jetzt“, sagt Klos.

Die Affäre rund um die Rollfähre ist noch nicht zu Ende. Die Justiz ermittelt seit gut eineinhalb Jahren gegen den früheren Geschäftsführer, weil der angeblich hinter dem Rücken der russischen Gesellschafterinnen Seil und Schiff um eine (mutmaßliche) Bagatellsumme an eine ausländische Firma verhökert haben soll. Die Russinnen zeigten Carl S. wegen Verdachts des Betrugs an. Die Staatsanwaltschaft gab zwei Bewertungsgutachten in Auftrag, die offenbar auch noch nicht Licht ins Dunkel brachten. Kürzlich wurden dem Gericht fehlende Papiere für ein drittes Wertgutachten vorgelegt. Ob Anklage erhoben wird, ist unklar.

(kurier) Erstellt am
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