Ringen um Nord-Süd-Verbindung

Neue Donaubrücke verstärkt Hoffnung der Wirtschaft auf besseren Zugang zur Autobahn im Wald- und Weinviertel.

Wir haben uns von der Donaubrücke bei Traismauer einen Fahrzeitgewinn von etwa fünf bis sechs Minuten erhofft. In der Realität brauchen wir aber genauso lange, wie vor der Eröffnung der Brücke", klagt Werner Groiss, Obmann der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Horn, gegenüber dem Wirtschaftspressedienst. Das gibt einem alten Thema neue Aktualität: Die fehlenden Nord-Süd-Verbindungen nördlich der Donau in NÖ, die das Wald- und Weinviertel gleichermaßen trifft.
Die historische Ausrichtung des Straßen- und Schienennetzes zur Bundeshauptstadt erschwert heute die Erreichbarkeit des nö. Zentralraumes, der mit der Landeshauptstadt St. Pölten an Bedeutung gewonnen hat. Bisherige Anläufe sind gescheitert: Erst plante das Land eine Querung des Wagram-Hügelzuges, doch der Widerstand der Bevölkerung war ähnlich stark wie gegen den Plan, die Kamptal-Bundesstraße zwischen Rosenburg und Langenlois auszubauen.

Nun schlägt die Horner Wirtschaft eine "kleine Lösung vor": Mittelfristig Abhilfe könnte eine nur wenige Kilometer lange Querverbindung von Langenlois zur neuen Donaubrücke schaffen", schlägt Groiss vor.

Wenig Möglichkeiten

"Uns ist das Problem bewusst", erklärt der oberste Verkehrsplaner des Landes, Friedrich Zibuschka. Doch wolle man derartige Verbindungen keinesfalls "von oben" verordnen. "Wenn der Wunsch aus der Region kommt, stehen wir Gewehr bei Fuß", sagt Zibuschka. Derweil versuche man, durch Maßnahmen vor Ort Erleichterungen zu schaffen, beispielsweise die Umfahrung Maissau. Doch ist ihm bewusst, dass das keine Lösung des Problems von Horn und Hollabrunn darstellt.

Mutmaßungen über mögliche Trassen will er nicht anstellen. Allerdings blieben aus geografischer Sicht wenige Möglichkeiten.

Die gewünschte Verbindung Langenlois-Grafenwörth sei aus Sicht von Insidern sehr heikel. Sie würde durch dicht besiedeltes Gebiet und vorbei am neuen Konzerthaus Grafenegg führen.
"Freude hätten wir keine mit so einer Verbindung. Aber persönlich glaube ich, dass sich die Einstellung zu einer neuen Straße ändert, wenn der Verkehr in einem Ort zu stark zunimmt", meint Vizebürgermeister Heinrich Becker aus Hadersdorf-Kammern mit Blick zum Wagram.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011