Symbolbild

© APA/Boris Roessler/DPA

Krems
09/16/2013

Rekrut chauffierte Oberstleutnant ins Bordell

Richterin verurteilte Offizier zu 7200 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

von Jürgen Zahrl

Der brisante Fall sorgte knapp vor der Volksabstimmung zur Wehrpflicht im vergangenen Jänner für große Aufregung.

Ein Oberstleutnant des Bundesheeres ließ sich von einem Rekruten mitten in der Nacht in ein Kremser Bordell chauffieren. Weil ihm die Staatsanwaltschaft Missbrauch der Amtsgewalt vorwirft, musste sich der 44-jährige Beamte am Montag vor dem Kremser Landesgericht verantworten. Er wurde – nicht rechtskräftig – zu einer Geldstrafe verurteilt.

Der Vorfall ereignete sich Anfang Dezember 2012 in Krems. Nach einer Dienstbesprechung in der Kaserne Mautern ließen Kommandanten den Abend fröhlich in einer Hotelbar ausklingen.

Als der Barkeeper das Lokal zusperrte, kam der 44-jährige Oberstleutnant auf die Idee, ein militäreigenes „Taxi“ zu nutzen, um weiterfeiern zu können. Er riss per Mobiltelefon einen 21-jährigen Rekruten aus dem Schlaf, befahl ihm, mit einem Heeresauto vor dem Kremser Hotel vorzufahren, um ihn und einen weiteren Kollegen in ein Kremser Bordell zu bringen. Und nicht nur das. Der junge Soldat sollte auch noch vor dem Freudenhaus auf die ranghohen Beamten warten. Er musste mehrere Stunden im Wagen auf dem Parkplatz ausharren.

Vergehen

Der Offizier versuchte vor der Richterin Susanne Daniel sein Vergehen abzuschwächen. Er habe den Rekruten am Telefon nur gefragt, ob er noch fahrtauglich wäre. Außerdem seien der 44-Jährige und sein Kollege privat im Bordell gewesen. Was dagegen spricht, ist die getragene Dienstuniform. Sein Verteidiger sieht aber keinen Amtsmissbrauch, sondern ein dienstrechtliches Vergehen.

Nicht so die Richterin. Sie verurteilte den 44-Jährigen zu einer Geldstrafe von 7200 Euro. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft gaben keine Erklärung ab.

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