Chronik | Niederösterreich
02.12.2016

Reiseportal defekt, Kunde zahlt mehr

Unternehmer Leopold Ganser aus Gföhl ärgert sich über Problem mit ÖBB-Onlinebuchung © Bild: KURIER/Gilbert Weisbier

Gang zum Bahnhofsschalter mit 49 Euro teurerem Ticket "bestraft".

Weil das Reiseportal der ÖBB einem Ehepaar eine Reisebuchung unmöglich machte, reservierte es die Fahrt notgedrungen am Bahnhofsschalter. Dort zahlte es um 49 Euro mehr, als der Kauf im Internet gekostet hätte. Das ärgert die Bahn-Stammkunden. Besonders, weil ihnen das Buchen übers Internet in den vergangenen Jahren problemlos gelungen ist.

Das Waldviertler Ehepaar setzte sich vor den Computer, um die Anreise per Bahn zum schon traditionellen Skiurlaub in Tirol zu buchen. Und zwar bei den Bundesbahnen. So, wie in den vergangen vier Jahren auch. Und das habe bisher immer wunderbar funktioniert.

"So oft wir am Beginn des Vorgangs zwei der eigentlich als frei angegebenen Sitzplätze für die Reservierung angeklickt hatten, waren die se Sitze am Ende des langen Vorganges dann doch bereits besetzt. Und die eigentliche Buchung scheiterte", erzählt Leopold Ganser. Er wiederholte die Prozedur samt der Eingabe aller persönlichen Daten sowie der Kreditkarten- und Kontrollnummer mehrmals.

Nicht funktioniert

"Wir sind das Ganze schließlich sogar gemeinsam Schritt für Schritt durchgegangen, aber es hat auch beim fünften Versuch noch immer nicht funktioniert", erzählt der Waldviertler Unternehmer, der sich eigentlich für ziemlich computerfit hält.

Also machte sich das Paar am Mittwoch mit dem Auto auf den 20 Kilometer langen Weg zum nächstgelegenen mit Personal besetzten Bahnhof nach Krems. "Dort haben wir beim Schalterbeamten gebucht. Aber die Karten kosteten statt der im Internet angebotenen 241 Euro schließlich 290 Euro. Das wirkt auf mich so, als ob die ÖBB die Onlinebestellung so kompliziert macht, dass man erst wieder beim Schalter zu erhöhten Preisen kauft und sich die ÖBB ein zusätzliches Körberlgeld machen", mutmaßt Ganser.

Die ÖBB haben bei einer Prüfung herausgefunden, dass das Problem außerhalb des ÖBB-Ticketsystems lag. Es sei zu einer kurzfristigen Störung des internationalen Reservierungssystems gekommen. Zum Zeitpunkt des Problems hätte auch der Schalter nicht buchen können. Der Preisunterschied zwischen der Online-Buchung und Schalter ergibt sich dadurch, dass die günstige Sparschiene nur online erhältlich ist. Ganser wird als Trostpflaster ein kleines Geschenk erhalten. Von einer Rückerstattung des Mehrpreises war nicht die Rede.