Chronik | Niederösterreich
16.03.2012

Rastplatz-Rebellin probt den Aufstand

Sandra Golitschek will sich nicht aus ihrem Shop an der A 2 vertreiben lassen. Die Asfinag schickt ihr nun den Gerichtsvollzieher.

Frei nach Helmut Qualtinger: Golitschek gegen Asfinag, das ist Brutalität – und nun beim Obersten Gerichtshof (OGH) anhängig. Die streitbare Unternehmerin Sandra Golitschek betreibt einen Autobahn-Rastplatz bei Leobersdorf (NÖ). Neben Herzblut, Unternehmergeist und viel persönlichem Engagement investierte Golitschek vor allem auch viel Geld in "ihr Baby", wie sie sagt. Den Wert eines Oberklassewagens steckte sie in die Einrichtung ihres "Shopstop". "Ich habe mich vor acht Jahren ins Abenteuer gestürzt und es hat sich ausgezahlt", sagt sie nicht ohne Stolz. Aus einer anfänglich wenig ertragreichen Location hat sich mittlerweile eine Cashcow an der A 2 entwickelt. "Am Wochenende rennen uns die Leut die Türen ein." Nur die Asfinag hat offenbar andere Pläne und verlängerte den Pachtvertrag nicht weiter.

Über die Jahre lebte man sich offenbar auseinander, die Autobahngesellschaft will die Shop-Betreiberin loswerden. Möglichst schnell, eine neue Pächterin steht bereits fest. Was für Golitschek unverständlich ist. "Am 13. April kommt der Gerichtsvollzieher und will mir das Gschäft ausräumen", schäumt Golitschek. "Dabei verfügt die neue von der Asfinag ausgewählte Pächterin über keine einschlägigen Geschäftserfahrungen." Die resolute Geschäftsfrau geht mit der Causa zum Obersten Gerichtshof, um das drohende Unheil noch abzuwenden.

Unseriös

"Die größte Sauerei ist ja", holt Golitschek aus, "sobald sich das Geschäft für mich zu rentieren beginnt, setzt mich die Asfinag vor die Tür. Das ist unseriös. Außerdem riskieren sie einen gut gehenden Standort." Schützenhilfe bekommt sie von einem ehemaligen Asfinag-Manager, der vor Gericht für Golitschek aussagt.
Und die Asfinag? "Wir haben Frau Golitschek ein entgegenkommendes Angebot unterbreitet, das sie abgelehnt hat.

Im Zuge der Interessentensuche wurde aus kaufmännischer Sicht nach bestem Wissen und Gewissen der Bestbieter ermittelt", heißt es. Was Golitschek ein müdes Lächeln kostet. Sie wäre bereit, mehr Pachtzins zu zahlen. "Da steckt was anderes dahinter."