© Roadhouse

Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Räuber-Duo überfiel Grenzlokal

Drasenhofen: Eine 21-jährige Kellnerin wurde geschlagen und mit gezogener Waffe dazu gezwungen, den Tresor zu öffnen.

von Patrick Wammerl

Der Grenzübergang Drasenhofen an der tschechischen Grenze war in der Nacht auf Samstag Schauplatz eines brutalen Raubes. Eine 21-jährige Mitarbeiterin des dort befindlichen Grenzlokals samt Wechselstube wurde von zwei maskierten und bewaffneten Männern überfallen und geschlagen. Die Kriminellen zwangen ihr Opfer dazu, einen Tresor zu öffnen, ehe sie mit mehr als 20.000 Euro Beute flüchteten.

Aktion scharf

Seit der Schließung der Grenzstelle führt die Polizei regelmäßig Schwerpunktkontrollen durch. So auch in der Nacht auf Samstag in Drasenhofen, Bezirk Mistelbach. Die beiden Täter dürften jedoch das Ende der Aktion scharf gegen 1.30 Uhr abgewartet haben. Etwa 20 Minuten später stürmten die beiden Maskierten in das "Roadhouse Route B 7" - ein Rastplatz samt Lokal, Sparkassen-Wechselstube, sowie Vignetten und Go-Box-Verkaufsstelle. "Normalerweise haben wir im Nachtdienst nur Männer. Dieses Mal ist eine Mitarbeiterin aber für einen Kollegen eingesprungen", sagt die Betreiberin des Grenzlokals, Sabine Kramer.

Hochdeutsch

Während einer der Täter an der Eingangstüre Schmiere stand, ging der andere schnurstracks auf die 21-jährige Angestellte zu und hielt ihr eine Pistole vor das Gesicht. Der Mann sprach teilweise hochdeutsch und teilweise in örtlichem Dialekt. Er zwang sein Opfer, das Bargeld aus den beiden Kassen in einen mitgebrachten schwarzen Adidas-Rucksack zu geben. Weil die geschockte Frau etwas zögerte, packte er sie an den Haaren und schlug ihren Kopf heftig gegen eine Türe.

"Die Losung dürfte ihm zu wenig gewesen sein. Er schrie sie an, ihm den Tresor zu zeigen", schildert Kramer. In dem Stahlschrank in einem Nebenraum werden die gesamten Banknoten aus dem Wechselgeschäft aufbewahrt. Die Täter hatten es nur auf die Euro-Scheine abgesehen, die Devisen ließen sie im Tresor zurück. Anschließend flüchteten die Räuber.

Zwei Polen, die wenig später an der Grenzstelle eintrafen, fanden das verletzte Überfallopfer und riefen die Polizei. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb ohne Erfolg. Tatort-Spezialisten versuchen nun etwaige brauchbare Spuren auszuwerten.