Mit Parolen und Transparenten demonstrierten rund 400 Personen am Flughafen-GelÀnde

© /Systemchange

Protest

Rad-Demo gegen Bau der dritten Piste am Flughafen Schwechat

Insgesamt 400 Personen hatten sich am Samstag versammelt. 200 kamen mit dem Rad.

von Natascha Marakovits

10/03/2016, 06:00 AM

Vom Wiener Karlsplatz zum Flughafen Wien-Schwechat mit dem Fahrrad, lautete der Aufruf des Vereins "System Change, not Climate Change" zu einer Demonstrationsfahrt gegen den geplanten Ausbau der dritten Piste am Flughafen Schwechat. Rund 200 Pisten-Gegner hatten sich Samstagvormittag versammelt, um die rund 20 Kilometer lange Strecke bis zum Airport in Angriff zu nehmen. Unterwegs wurden Parolen wie "Dritte Flugbahn: So ein Schmarrn!" gerufen und damit der Forderung nach zukunftsfĂ€higer MobilitĂ€t Ausdruck verliehen. Am Zielort angekommen, hatten sich dort bereits weitere Pisten-Gegner versammelt. Insgesamt waren es rund 400 Personen, die ihren Ärger und Unmut ĂŒber die AusbauplĂ€ne Luft machten.

Aktionstag

Anlass fĂŒr den Aktionstag ist die Generalversammlung der Internationalen Luftfahrtorganisation in Montreal, die am 27. September begonnen hat und bei der ĂŒber das Thema Klimawandel beraten werden soll.

Der Plan, am Flughafen Wien Schwechat eine dritte Flugbahn zu errichten, stĂ¶ĂŸt seit mehreren Jahren auf Widerstand. Der Verein, der die AusbauplĂ€ne als klimaschĂ€dlichstes Projekt Österreichs bezeichnet, sowie mehrere BĂŒrgerinitiativen fordern den Stopp der AusbauplĂ€ne. Neben der Erhöhung der Fluganzahl, die die Treibhausgas-Emissionen immens ansteigen lassen wĂŒrde, sei es vor allem die LĂ€rmbelastung, die Anrainern ein Dorn im Auge ist. "In Zeiten des Klimawandels sind solche Investitionen absolut unverantwortlich. Besonders weil der Ausbau nicht aufgrund von Bedarf, sondern wegen Profitinteressen forciert wird", sagt Manuel Grebenjak vom Verein "System Change, not Climate Change!". Ob der Protest der Gegner FrĂŒchte trĂ€gt, wird sich erst zeigen. Denn noch ist der Bau nur geplant, eine Entscheidung steht nach wie vor aus. Nach einer Verhandlung im JĂ€nner warten Projektgegner und Flughafen-Management auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. NĂ€mlich darĂŒber, ob die erstinstanzliche Genehmigung des Großprojekts aufgehoben und damit die EinwĂ€nde von BĂŒrgerinitiativen und Anrainern berĂŒcksichtigt werden, oder ob der Umwelt-Bescheid des Landes Niederösterreich bestĂ€tigt wird. Klar ist: Eine Genehmigung fĂŒr den Bau gibt es noch nicht.

FĂŒr Flughafen-Sprecher Peter Kleemann steht fest: "Aus unserer Sicht ist die dritte Piste notwendig."

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