Chronik | Niederösterreich
27.03.2017

Primar im Ruhestand will in den USA Volunteer werden

Amstettener Primar Albert Reiter rettete Fritzl-Opfer und lebt jetzt in den USA.

2008 erlangte Primar Albert Reiter weltweites Interesse – als er die von Josef Fritzl über zwei Jahrzehnte im Amstettener Keller gefangen gehaltene Familie rettete. Vor einem Dreivierteljahr übersiedelte der Medizier als Pensionist in die USA. Um von Landeshauptmann Erwin Pröll das Goldene Ehrenzeichen des Landes NÖ entgegenzunehmen, legte Reiter nun einen kleinen Heimaturlaub ein. Beim Treffen mit KURIER berichtete er über seine Zukunftspläne.

Der gebürtige Tiroler und ausgebildete Anästhesist Reiter verdiente sich seine ersten Sporen als Notfallmediziner, bevor er 23 Jahre lang als Vize-Chef im Spital Amstetten wirkte. "Die hohe Auszeichnung freut mich sehr", versichert der 65-Jährige. In der Begründung für die Anerkennung bleibt das Engagement im Fritzl-Fall unerwähnt. Dafür werden Reiters Arbeit als Transplantationsmediziner, als Reformer des Intensivpflegewesens sowie seine erfolgreiche Ressourceneinsparungen bei den Blutbanken angeführt.

"Ich habe mich in Minnesota gut eingelebt und bewohne mit meiner Frau ein schönes Haus in der Kleinstadt Eden Prairie", erzählt Reiter. Nach dem Winter mit Tiefsttemperaturen von minus 30 Grad freue er sich nun auf das Leben in der grünen Wohngegend. Um mobil zu sein, muss der Primar in den nächsten Wochen die Prüfung für den US-Führerschein ablegen. Ein Ziel sei es, ins berühmteste Spital der USA, in die Mayo Clinic im Süden von Minnesota, zu reisen.

Medizin-Spion

"Das Flair und die geballte medizinische Kraft dort sind ansteckend. Ich werde meine Mitarbeit anbieten und wenn es nur ein Job als ehrenamtlicher Volunteer ist", kündigt Reiter an.

Prüfungen für die ärztliche Zulassung habe er nicht mehr vor. Mit seiner früheren Wirkungsstätte in Amstetten bleibt Reiter verbunden. So kommt es vor, dass dort eMail-Nachrichten eintrudeln, in denen Reiter über innovative Therapieansätze, die er in US-Kliniken entdeckt hat, berichtet.