Windpark Poysdorf/Wilfersdorf wird erweitert, Windkraft Simonsfeld, höchste Anlagen Österreichs

© Stefan Straka

Poysdorf/Wilfersdorf
07/10/2013

Halb Beton, halb Metall: Die Windräder wachsen auf 200 Meter Höhe

Die 200-Meter-Marke ist geknackt. Auf den Feldern und Hügeln wachsen derzeit Österreichs höchste Windräder in den Himmel.

von Stefan Straka

Hybrid-Technologie. Es gibt sie nicht nur bei Fahrzeugen sondern auch bei Windkraftwerken. Eine neue Bautechnik (halb Beton halb Metall) ermöglicht größere und damit leistungsfähigere „Windmühlen“. Zum ersten Mal wird dieser Hybrid-Windradtypus in Österreich errichtet.

Die Erweiterung des Windparks Poysdorf und Wilfersdorf war von der Betreiberfirma, der Windkraft Simonsfeld, von langer Hand geplant. Acht Anlagen der neuen Generation werden installiert.

Die höheren Türme und die längeren Rotorblätter ermöglichen vor allem eines: mehr Leistung. Während die alten Propeller in dem Windpark durchschnittlich 5,3 Millionen Kilowattstunden (kWh) ins Netz brachten, werden die „Hybriden“ an die zehn Millionen kWh liefern. „Wir erwarten dadurch rund 70 Prozent mehr Stromproduktion am selben Standort“, sagt Technikleiter Markus Winter von der Windkraft Simonsfeld AG.

Seit knapp drei Wochen wird auf den neun Baustellen fieberhaft gearbeitet. Hektik ist bei den Experten der Herstellerfirma verpönt. Bei der Installierung der Betontürme geht es um Genauigkeit, schließlich will man keinen zweiten schiefen Turm wie in Pisa aufstellen.

Jeder Betonturm muss aus 23 Einzelelementen zusammengebaut werden. „Das erste Element wiegt 83 Tonnen“, erklärt Turm-Monteur Matthias Duwe. Gemeinsam mit seinem Kollegen Roy Stahnke bereitet der Techniker Element um Element zum Heben vor. Der Kranfahrer des Gittermastkrans hievt dann die überdimensionalen „Brunnenringe“ in die Höhe und positioniert den Betonring auf dem vorigen. „Das wird auf den Zehntel Millimeter genau aufgesetzt“, sagt Duwe.

Am Bauplatz neben der Landesstraße ist die 20-köpfige Truppe noch nicht soweit. „Wir bereiten gerade das Fundament vor und bauen die Ringelemente zusammen“, sagt Teamleiter Jan Lebeda. Auf dem Sockel wurde auch einer der größten, jemals eingesetzten Fixkräne montiert, mit dessen Hilfe das gesamte Windrad von Anfang bis zum Ende aufgebaut wird. Sattelschlepper karren vom Donauhafen in Krems die halben Betonringe an. „Sie werden von uns hier zusammen geklebt“, sagt Lebeda. Das Verfahren hat die bayrische Firma aus Neumarkt selbst entwickelt – es ist top secret. „Der erste Teil ist der Wichtigste“, sagt Lebeda. Bereits nächste Woche soll laut Plan auch der vierte 83 Meter hohe Betonturm fixfertig sein – dann ist Halbzeit. Nach dem Schlusselement wird der Betonturm innen noch mit 26 dicken Stahlseilen verspannt. Der Druck ist groß. „Der Turm ist danach zwischen drei und fünf Zentimeter kleiner“, weiß Lebeda.

Um das Interesse und die Neugierde der Bevölkerung zu stillen, organisiert die Windkraft Simonsfeld für den 26. Juli einen Baustellentag. Von 10 bis 13 Uhr kann eine Anlage bestiegen werden, es gibt Baustellenführungen und Auffahrten mit dem Krankorb.

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