Polizei-Zivildiener rettete SKN-Match

Foto: Franz hagl

St. Pölten – Linienrichter verletzt, da sprang Johannes, 18, ein

„Überlegt hab ich schon, ob ich‘s machen soll oder nicht. Aber dann hab ich mir gedacht, so eine Gelegenheit kriegst nur einmal.“ Johannes Marek aus Schrems, derzeit Zivildiener bei der Stadtpolizei St. Pölten und nebstbei ausgebildeter Schiedsrichter debütierte Dienstagabend zufallsgesteuert in der Bundesliga.

Nachdem Profi-Linienrichter Armin Eder beim Heimspiel SKN St. Pölten gegen SV Grödig in der 60. Minute beim Stand von 1: 0 wegen einer Adduktorenzerrung ausfiel, wurde via Platzsprecher im Publikum Ersatz gesucht. Der 18-Jährige meldete sich und rettete damit das Spiel des Tabellensechsten der „Erste Liga“ gegen den Salzburger Verfolger vor dem Abbruch. Ja, mehr noch: Marek gab nicht bloß den Aushilfs-„Liri“, sondern wachelte auch beim Anschlusstreffer der Gäste ein klares Abseits an.

Höchstes Lob

Tor aberkannt, St. Pölten durfte mit stolz geschwellter Brust vom Voithplatz gehen und Johannes – „was gesehen wird, wird gepfiffen“ – bekam höchstes Lob. Bundesliga-Elitemanager Fritz Stuchlik lud den Nachwuchs-Referee ins Ernst Happel-Stadion ein, um ihm ein EM 2012-Set von Adidas zu übergeben.

Mittwoch war in der Bundespolizeidirektion St. Pölten Schulterklopfen angesagt. Marek ist die „Stimme der Polizei“, er schupft die Telefon-Vermittlung. Beruflich ist er am Sprung vom Elektronik-Verkäufer zum Betriebswirtschaft-Studenten. Fußball ist seine Leidenschaft, die Bundesliga sein Endziel als „Schiri“. Kleinere Brötchen bäckt er noch am Wochenende: Da pfeift er Würnitz gegen Muckendorf, 2. Klasse Donau.

(kurier) Erstellt am
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