Chronik | Niederösterreich
10.04.2017

Polizei und Heer als AMS-Kunden

Private Unternehmen und öffentliche Institutionen brauchen mehr Arbeitskräfte. Positive Prognosen aus Niederösterreich.

Zum ersten mal seit Monaten hat das Arbeitsmarktservice seine eher düsteren Prognosen wieder etwas aufhellen können. Das zeigen Aussagen aus Niederösterreich. Die Arbeitslosigkeit wird zwar nicht sinken, aber doch nur sehr langsam weiter steigen. Darüber hinaus ist zu hören, dass einige "Großaufträge" an die Job-Vermittler dabei helfen, die Masse der Arbeitsuchenden zu verringern. Neben privaten Unternehmen, die größeren Bedarf an Arbeitskräften gemeldet haben, sollen auch öffentliche Institutionen bundesweit Interesse am Service des AMS bekundet haben, darunter auch Polizei und Bundesheer, die Justizwache und die ÖBB.

"Das heimische Wirtschaftswachstum wird kräftiger ausfallen als ursprünglich angenommen. Außerdem steigt das Arbeitskräftepotenzial nicht mehr so stark. Das wirkt entlastend auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit", erklärt der Landesgeschäftsführer des AMS NÖ, Karl Fakler. In einer Aussendung lässt er wissen, die reale Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werde 2017 nicht wie ursprünglich bei maximal 1,5 Prozent, sondern bei 1,7 Prozent liegen. Die Daten stammen vom Wifo.

Zugleich wurde das Plus beim Arbeitskräftepotenzial um knapp 2000 Personen auf gut 9000 nach unten revidiert. "Es wird vor allem die Zahl der Arbeitskräfte aus dem EU-Raum sowie der asylberechtigten Personen, die auf den niederösterreichischen Arbeitsmarkt drängen, weniger hoch sein als angenommen", sagt Fakler. In Summe würden im Jahresdurchschnitt 2017 etwa 666.000 Personen am niederösterreichischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Niederösterreich wird dieses Jahr die 600.000er Schallmauer bei unselbständig Beschäftigten durchstoßen. Voraussichtlich 604.500 Personen werden im Jahresdurchschnitt 2017 heuer beschäftigt sein. Ein Plus von 7500 – statt ursprünglich "nur" 6900 – gegenüber dem Vorjahr.

Arbeitslosen-Minus

"Wir gehen davon aus, dass wir heuer im Frühjahr oder Sommer immer wieder ein Minus vor den monatlichen Arbeitslosenzahlen stehen haben werden. Über alle Monate des Jahres betrachtet, werden wir aber mit einem kleinem Plus von 2,8 Prozent Bilanz ziehen müssen", so Karl Fakler. Immerhin wird damit die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich im Vergleich zum Vorjahr aber weit weniger stark steigen als noch zu Jahresbeginn angenommen (+6,9%). In Summe werden heuer 61.500 Personen arbeitslos sein, das sind um 1600 Jobsuchende mehr als im Jahresschnitt 2016.

Wie jedes Jahr wird Fakler seine Mitarbeiter auch heuer wieder auf Tour durch Niederösterreich schicken. Der Auftrag: Mindestens 5000 freie Stellen an Land ziehen. Im ersten Vierteljahr haben die Unternehmen dem AMS fast 23.000 offene Stellen und Lehrplätze gemeldet – über 3200 mehr, als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Sperre der Bezüge

Andererseits bewegt sich auch die Zahl der Sanktionen auf Rekordkurs. 2016 wurde wegen Verweigerung oder Vereitelung eines zumutbaren Jobangebotes in knapp 4000 Fällen eine Sperre des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe verhängt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres waren es bereits 1555 Fälle – immerhin um 628 mehr als im ersten Quartal des Vorjahres.