Geschädigte Traube bei betroffenem Weinstock

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Spritzmittel-Problem
10/16/2015

Pharma-Riese entschädigt Winzer

Bayer hat Ursache für Trauben-Missbildungen noch nicht heraus gefunden.

von Gilbert Weisbier

Die sensationell gute Qualität der heurigen Weinernte macht – so paradox es klingen mag – manche Winzer unglücklich. Nämlich solche, die in ihren Weingärten schwere Ernteausfälle haben, nachdem sie das Fungizid "Luna Privilege" der Firma Bayer gespritzt haben. "Alles wäre traumhaft geworden, aber vom Zweigelt sind bei mir 90 Prozent kaputt. Beim Grünen Veltliner sind es 50 bis 60 Prozent", klagt ein betroffener Winzer. Immerhin sind bei den Betroffenen Schreiben der Firma Bayer eingetroffen, die Schadenersatz ankündigt.

Schäden

Wie berichtet, sind bei Winzern, die im Jahr 2014 das Mittel zur Behandlung von Botrytis eingesetzt haben, Trauben und Blätter von Weinstöcken geschädigt worden. Blätter haben sich verformt. Traubenansätze sind unmittelbar nach der Blüte vertrocknet.

Der Hersteller hat das Mittel darauf vom Markt genommen und vor seiner Verwendung gewarnt. Aufgetreten sind die Probleme nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland, der Schweiz und in Italien. Nun haben betroffene Winzer ein Schreiben erhalten, in dem ihnen Bayer ankündigt, sie werden vermutlich im ersten Quartal 2016 konkrete Angebote erhalten. Allerdings, betont Pressesprecherin Daniela Winnicki, unter Ausschluss von Rechtsansprüchen.

"Lassen wir uns überraschen. Ich habe jedenfalls mit einem Rechtsanwalt eine Beweissicherung gemacht", sagt ein nö. Winzer.

"Als verantwortungsvolles Unternehmen möchte Bayer die betroffenen Weinbauern unterstützen und ihnen zumindest einen Teil ihrer Ernteausfälle ersetzen. Wir stehen jedenfalls in engem Kontakt zu ihnen", sagt Winnicki. Die Ursache der Probleme stehe noch nicht fest. Man müsse nach Stand der Untersuchungen von einer Verkettung mehrerer Umstände ausgehen. Meist seien Anomalien dann aufgetreten, wenn Luna Privilege in späten Wachstumsphasen angewendet wurde und extrem regnerische Witterung herrschte, heißt es. Bayer sucht weiter unter Hochdruck nach Ursachen.

"Für mich entsteht der Eindruck, dass die Untersuchung vor der Zulassung des Mittels nicht ausreichten", meint ein Betroffener.

Roland Achatz von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit sagt: "Die Weinbaufachleute und die Firma tun, was in diesem Fall notwendig ist. Die Ergebnisse der Ursachenabklärung müssen wir abwarten. Das Produkt ist vom Markt genommen und wird auch 2016 nicht erhältlich ein."

Der nö. Landwirtschaftskammer-Vize Otto Auer bestätigt: "Es läuft zur Zufriedenheit, wir sind voll eingebunden. Die gemeldeten Schäden sollen ersetzt werden. Nur die Schuldfrage ist noch offen."

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