Pfarrgemeinderat will belasteten Priester zurück

Das Stift Melk, ein barockes Benediktinerkloster in Niederösterreich.
Klares Nein dazu vom Stift Melk. Wegen des Verdachts des Missbrauchs läuft noch ein Ermittlungsverfahren.

Das Ermittlungsverfahren gegen den abberufenen Pfarrer von Traiskirchen (Bezirk Baden), dem Missbrauch vorgeworfen wird, ist noch offen. Das bestätigte Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, auf Anfrage des KURIER am Mittwoch.

Teile des Pfarrgemeinderates sammeln unterdessen Unterschriften für den Verbleib von Pater Fabian. „Uns geht es um Gerechtigkeit, wir stehen hinter ihm. Solange es kein Urteil gibt, gilt er als unschuldig“, sagt etwa Pfarrgemeinderätin Theodora Tod. „Hier geht es auch um christliche Nächstenliebe.“

Ob es zu einer Anklage kommt, hänge in erster Linie von einem Gutachten ab, erklärt Habitzl: „Bei einer Hausdurchsuchung wurden Substanzen gefunden. Ein Gutachten soll klären, ob es sich dabei um K.O.-Tropfen handelt.“

Wie berichtet, wird gegen den Geistlichen wegen geschlechtlicher Nötigung, beharrlicher Verfolgung und mehrfacher Körperverletzung ermittelt. Er steht unter Verdacht, drei junge Männer aus befreundeten Familien mit K.O.-Tropfen betäubt zu haben. Die Familie erstattete Anzeige, der Pfarrer wurde von seiner Position abberufen. „Wenn sich der Vorwurf der Nötigung und der Einsatz von K.O.-Tropfen bestätigt, ist das eine Sache. Aber: Es handelte sich nicht um Kinder und Homosexualität ist Privatsache“, lässt Tod aufhorchen.

Abberufung fix

„Es ist auszuschließen, dass Pater Fabian als Pfarrer nach Traiskirchen zurückkehrt“, hält Pater Jeremia Eisenbauer am Mittwoch fest. Er ist Sprecher des Stiftes Melk. „Die Unterschriftenaktion sehen wir als Populismus“, so Eisenbauer. „Ab September wird Jochen Maria Häusler die Geschäfte übernehmen.“ Erzbischof Christoph Schönborn hat ihn per Dekret als Provisor eingesetzt.

Pater Fabian befindet sich derzeit in Wien und Deutschland. Über seine Zukunft wird die Kirche separat entscheiden.

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