Pensionisten ans Bett gefesselt

Der gesuchte Serientäter: Milan Polak, 47, ist auf der Flucht. © Bild: LKA NÖ

Ein ausgebrochener Häftling stieg in NÖ in ein Haus ein. Vor seiner Flucht zwang er die Besitzer dazu, ihm Eier zu kochen.

Ein gesuchter Serienstraftäter hat Sonntagabend im Bezirk Gmünd in Niederösterreich ein pensioniertes Ehepaar in dessen Haus überfallen, ausgeraubt und ans Bett gefesselt. Während das Pärchen einen Adventmarkt besuchte, war der 47-jährige Slowake in das entlegene Einfamilienhaus eingebrochen und hatte sich etwas zu essen gemacht. Milan Polak wurde bereits vor Jahren wegen zahlreicher Überfälle in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Im Sommer gelang ihm die Flucht aus der Nervenklinik. Kurz darauf überfiel der Kriminelle eine 76-jährige Pensionistin in deren Haus im Bezirk Rohrbach in Oberösterreich. Auch damals hatte er das Opfer ausgeraubt und anschließend ans Bett gefesselt. Die Frau wurde dabei sogar verletzt. Seither wird Polak per Haftbefehl gesucht. "Er dürfte sich die meiste Zeit im Wald aufhalten. Sonntagabend hat er sich dann das Haus in Hollenstein ausgesucht", schildert der Leiter der Raubgruppe des nö. Landeskriminalamtes, Josef Deutsch. Leopold und Leopoldine B. waren am späten Nachmittag auf einer Adventveranstaltung. Als sie gegen 18.45 Uhr nach Hause kamen, stand der 47-jährige Einbrecher mit einem Messer in der Hand in der Küche. "Er hatte sich Fleisch auf dem Herd warm gemacht, und gemeint, wenn wir keine Probleme machen, dann macht er uns auch keine Probleme", schildert die Pensionistin.

Verhungert

Der Slowake erzählte, dass er schon sieben Tage nichts gegessen habe und halb verhungert sei. Er forderte Leopoldine B. auf, ihm Eier zu kochen. "Wir haben auf ihn eingeredet, dass er ja ständig auf der Flucht sei und sich besser stellen soll", erzählt das Überfallsopfer. Davon wollte Polak jedoch nichts wissen. Kurz vor 22 Uhr fesselte Polak das Ehepaar im Schlafzimmer ans Bett. Er packte warme Kleidung, Mobiltelefone, Bargeld und Messer ein und verschwand in Richtung Wald. Kurz darauf konnten sich die Pensionisten befreien und die Polizei verständigen.

( Kurier ) Erstellt am 06.12.2011