Chronik | Niederösterreich
19.03.2018

Opposition wittert Umfaller bei Parkplatzbau im Wasserpark

Nach klarer Absage ist nun doch ein Parkplatz am Wasserparkgelände angedacht.

Alles begann mit der Rodung von Bäumen im Hollabrunner Wasserpark im Herbst 2017. Kranke Bäume waren der Grund. Die Menge der gerodeten Eschen sorgte schon damals für Aufruhr bei der Hollabrunner Opposition. Schnell kamen Gerüchte auf, dass auf dem freien Gelände nun ein Parkplatz gebaut werden solle.

Da VP-Bürgermeister Erwin Bernreiter krankheitsbedingt nicht im Amt war, kam von VP-Vize-Bürgermeister Alfred Babinsky eine klare Absage: "Nach dem Forstgesetz ist der Wasserpark ein Wald. Die Stadtgemeinde hat keinen Willen bekannt gegeben, dies zu ändern, also bleibt das Waldgebiet."

Ein halbes Jahr später sieht die Sachlage anders aus. Bei der vergangenen Stadtratsitzung wurde ein Planungsbüro beauftragt, einen möglichen KFZ-Stellplatz auf besagtem Gelände zu prüfen. "Viele Anrainer kamen zu mir und haben sich über die Parkplatzarmut beschwert. Darum wollen wir prüfen, ob es dort die Möglichkeit eines ökologischen Parkplatzes mit Rasenpflastersteinen gibt", lässt der mittlerweile wieder im Amt befindliche Bürgermeister Bernreiter wissen und dementiert so den Bericht seines Vizebürgermeisters.

Dringlichkeitsantrag

Grund genug für die Opposition, auf die Barrikaden zu steigen. "Das ist ein typischer Umfaller vor bestimmten Interessensgruppen. Ich kann mir vorstellen, dass die angrenzende Bezirkshauptmannschaft da Druck gemacht hat", erklärt Grünen-Gemeinderat Peter Loy, der auch auf die Widersprüchlichkeit der Bürgermeisterpartei hinweist: "Ich habe mit Vize-Bürgermeister Babinsky gesprochen und er meinte nur zu mir, ich soll mir das mit dem Bürgermeister ausmachen."

Um der Sache auf den Grund zu gehen, gibt es bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag auch einen Dringlichkeitsantrag von SPÖ, FPÖ und den Grünen. "Der Gemeinderat soll beschließen, dass dort sicher nicht gebaut wird", fordert SPÖ-Gemeinderat Alexander Eckhardt.

Von der Kritik und Forderung der Opposition zeigt sich Bürgermeister Bernreiter unbeeindruckt: "Das sind alle Realitätsverweigerer. Denn die Parkplatzarmut gibt es und darum müssen wir für unsere Bürger eine Lösung finden."