In 570 Gemeinden wird auf die Wahlen hingearbeitet

© KURIER/Gerhard Deutsch

Analyse
10/31/2014

Ochsentour durch 570 Gemeinden

Wahlkampf-Motoren laufen. Stimmenfang im Winter als Herausforderung bei der Kandidatensuche.

von Matthias Hofer

Die Aufregung über den ungewöhnlich frühen Termin für die Gemeinderatswahlen ist verflogen. In 570 Gemeinden wird eifrig auf den 25. Jänner 2015 hingearbeitet. Hier die Ausgangslage.

Bis 17. Dezember können Wahlvorschläge bei den Gemeindewahlbehörden abgegeben werden. Bis dahin heißt es für die Parteien noch nicht Laufen um Wählerstimmen, sondern Laufen um Kandidaten. Ein Wahlkampf im Jänner bedeutet Stimmenfang mitten im Winter. Bedeutet Wahlkampf statt Skiurlaub. Kältebedingt weniger Menschen auf der Straße bedeuten für Parteien mehr Hausbesuche. Alles in allem also kein Wellness-Wahlkampf, sondern harte Ochsentour.

Das intern gespaltene Team Stronach legt darauf keinen gesteigerten Wert. Ob und wo man antrete, werde erst in den nächsten Wochen entschieden. "Und wenn nicht, bricht uns auch kein Zacken aus der Krone."

Die im Vorjahr gehypten NEOS stapeln tief: In gerade einmal 40 Gemeinden will die Bewegung Kandidaturen schaffen. Parteichef Matthias Strolz zuletzt: "Es ist nicht leicht, in kleinen Gemeinden die pinke Flagge zu zeigen."

Über die Mühen der Ebene können die Grünen ein Lied singen. Sie feierten den Einzug in 100 Gemeinderäte als Sensation. Im Jänner will man in rund 130 Gemeinden antreten – für Parteimanager Hikmet Arslan schon wieder ein Erfolg. "Damit erreichen wir über die großen Orte mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Land." Interessant wird es für die Grünen dort, wo Parteigranden im Rathaus sitzen. Wie etwa in Baden, wo die Landtagsklubchefin Helga Krismer Vizebürgermeisterin ist.

Die FPÖ hat sich viel vorgenommen. Sie will ihren Höchststand an Gemeinderäten – 705 im Jahr 1995 – wieder erreichen. Aktuell hält die Partei bei 478 Mandataren. In rund zwei Dritteln aller Gemeinden tritt man an. Parteichef Walter Rosenkranz hat im Frühjahr das Wahlziel definiert: den ersten FPÖ-Bürgermeistersessel. Parteisekretär Christian Hafenecker: "Es könnte bei dieser Wahl durchaus der Fall sein, dass wir in einer Gemeinde aufgrund der Qualität der Kandidaten zur stärksten Partei werden. Wir sind gespannt, ob lupenreine Demokraten von Rot und Schwarz den Stärksten dann auch zum Bürgermeister machen."

Großparteien

Die angesprochenen Großparteien wollen sich noch nicht festlegen, ob Kandidaturen in allen 570 Gemeinden drin sind. "Es ist unser Bemühen, in allen Kommunen anzutreten", so SPÖ-Manager Robert Laimer. "Vor Ablauf der Fristen kann das aber nicht definitiv bestätigt werden." Die roten Inhalte: "Wir wollen auf lokaler Ebene Lösungen anbieten, die das Leben wieder leistbarer machen sollen." So will man in allen Gemeinden "Junges Wohnen" (kostengünstige Startwohnungen) etablieren.

Die ÖVP hat als Bürgermeisterpartei ein sehr hohes Niveau zu verteidigen. 2010 hat sich die Partei Stimmen- und Mandatsmehrheit geholt und stellt 428 Ortschefs. Obwohl Landesparteichef Erwin Pröll aktuell durch alle Regionen tourt, hält man nichts von zentral vorgegeben Wahlkampfthemen. "Wir waren noch nie so regional, wie bei dieser Wahl", verrät ÖVP-Manager Gerhard Karner die Strategie. Die ÖVP werde 570 einzelne Wahlkämpfe schlagen und mit individuellen Themen punkten. Zum Wahlziel sagt Karner: "Wir müssen die Schlagkraft, die wir als Landesorganisation schon oft unter Beweis gestellt haben, regional auf den Boden bringen."

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