Chronik | Niederösterreich
13.04.2012

„Ob es gesprengt wird oder nicht, ist mir egal“

Das alte Kulturkino „Avalon“ könnte bald Geschichte sein. Doch ein Musikpädagoge will es vor dem Abriss retten.

Mir kostet die Bude nur monatlich viel Geld. Ob sie jemand kauft und sprengt oder ein Kulturzentrum baut, mir ist es mittlerweile egal.“ Heinrich Penetsdorfer hat das Avalon, alter Veranstaltungsort und Kino in Allentsteig, Bezirk Zwettl, 2006 – noch vor der Wirtschaftskrise – gekauft. Eigentlich mit dem Ziel, doch wieder eine Kulturstätte aus dem sanierungsbedürftigen Altbau zu machen: „Das wär’ sicher in unserem Sinne gewesen, aber die Sanierung war für uns einfach zu teuer.“ Seit Wochenbeginn steht das Avalon in Allentsteig nun auf der Immobilienplattform willhaben.at zum Verkauf – um 35.000 Euro mit dem Zusatz „sanierungsbedürftig“. Interessenten für das Lichtspieltheater gibt es bereits.

„Ewig schad‘ um das Gebäude“, meint Penetsdorfer. „Aber das mit den Förderungen hat nicht funktioniert und von der Gemeinde ist auch nix gekommen.“

David Sporrer, 29 , und Musikpädagoge, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Avalon zu retten. Er hat für Penetsdorfer schon mehrmals versucht, das Projekt „Kulturwerkstatt Avalon“ zu realisieren. Vergebens. Trotzdem will er nicht aufgeben.

Förderungen fehlen

„Es gibt viele Waldviertler Kulturvereine, die uns unterstützen wollen. Aber es scheitert an den Förderungen.“ Gemeinsam mit einem Partner könnte Sporrer den Kaufpreis von 35.000 Euro finanzieren, scheitern würde das Projekt aber spätestens bei den Kosten für die Sanierung. Denn die liegen – bei „absolutem Low-Budget“ – bei zirka 80.000 Euro. Besser wäre allerdings eine Komplett-Sanierung um rund 140.000 Euro. Dazu fehlen allerdings die Förderung für Jugendkultur des Landes NÖ (bis zu 50.000 Euro), Zuschüsse der Dorf- und Stadterneuerung sowie der Gemeinde.

Könnte Sporrer diese Förderungen noch lukrieren, würde er eine offene Bühne für Poetry Slams, Workshops, Theateraufführungen, Live-Konzerte, DJ-Clubbings, aber auch Bälle schaffen. Ein Veranstaltungsort für alle, soll es sein. „Wir wollen weg vom Kultur-Konsum und hin zum Kultur-Schaffen“, sagt Sporrer. Und weiter: „Alles was dort passiert, ist besser, als wenn dort nix passiert.“