Chronik | Niederösterreich
17.01.2018

NÖ: 120 Anrufe pro Tag bei Gesundheits-Hotline 1450

Sozialversicherung und Land NÖ sind zufrieden. Projekt wird auf ganz Österreich ausgeweitet.

Schnupfen, Insektenstiche oder die Frage nach einer geöffneten Arztpraxis – 46.208 Menschen wandten sich in den drei Modellregionen Wien, NÖ und Vorarlberg seit Einführung der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 im April an die ausgebildeten Pflegekräfte am anderen Ende der Leitung. 33.428 Beratungsgespräche wurden geführt.

"Das ist ein herzeigbares Erfolgsrezept", freut sich Alexander Biach, Vorstandsvorsitzender im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. "Mit 120 Anrufen pro Tag ist 1450 eine ideale Ergänzung im niedergelassenen Bereich." 2019 soll das Projekt auf ganz Österreich ausgeweitet werden.

Hintergrund: In Ländern wie der Schweiz, die ähnliche Projekte eingeführt haben, lassen sich Patienten besser lenken und Kosten einsparen. So sollen auch Spitalsambulanzen entlastet werden. Mehr als 50 Prozent der bisherigen Anrufer in NÖ erklärten, dass sie ein Spital aufgesucht oder die Rettung gerufen hätten, wenn es die 1450-Beratung nicht gegeben hätte. Von internationalen Vergleichswerten mit jährlich mehr als 100.000 Anrufen ist man freilich noch weit entfernt.

Anrufer werden von den 15 Mitarbeitern in NÖ gemäß bestimmter Algorithmen nach ihren Symptomen befragt. "Ein Großteil der Menschen schätzt die Dringlichkeit falsch ein", erklärt NÖGUS-Vorsitzender, Landesrat Ludwig Schleritzko.

In NÖ wurden 15.801 Beratungen durchgeführt. In den meisten Fällen wurden die Anrufer an den nächsten Hausarzt mit Ordination weitergeleitet. 20 Prozent wurden mit Empfehlung an eine Aufnahmestation oder Ambulanz verwiesen, 15 Prozent wurden an die Rettung verwiesen. Fünf Prozent der Anrufer bekamen Hinweise zur Selbstversorgung. Auch die Empfehlung, sich an Pflegedienste zu wenden, wurden gegeben.

Ab März soll in NÖ auch der Ärzte-Notdienst 141 von 1450 übernommen werden. Schon bisher liefen die beiden Dienste sowie die Rettung bei der Leitstelle "Notruf 144 NÖ" zusammen. Diese Vernetzung soll auch in anderen Bundesländern stattfinden. Die Evaluierung läuft noch, so soll auch noch untersucht werden, ob sich die Patienten an die Empfehlungen halten. Diese könnten in weiterer Folge auch belohnt werden, indem sie beim Arzt etwa vorgereiht werden, meint Biach.