Die Cobra stürmte ein Haus in St. Pölten (Symbolbild)

© APA/ROLAND SCHLAGER

Niederösterreich
02/16/2017

Cobra nahm Terrorverdächtigen in St. Pölten fest

Wohnung eines 30-jährigen Syrers durchsucht. Landesamt für Verfassungsschutz ermittelt.

von Patrick Wammerl, Johannes Weichhart

Es war in den Morgenstunden, als sich Beamte der Spezialeinheit Cobra einer Wohnung in der Daniel-Gran-Straße in der nö. Landeshauptstadt St. Pölten langsam näherten. Dann ging alles ganz schnell. Bei dem geglückten Zugriff am Donnerstag klickten für einen jungen Mann die Handschellen. KURIER-Informationen soll ein 30-jährigen Syrer festgenommen worden sein. „Es besteht Terror-Verdacht“, berichtet ein Ermittler.

Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen Asylwerber handeln. Wie lange er schon in St. Pölten lebt, ist noch nicht bekannt. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Kampferfahrung

Die Behörden halten sich in dem Fall allerdings noch sehr bedeckt. „Es wurde ein Mann, der unter Tatverdacht der Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung steht, festgenommen. Es wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt“, sagt die Leiterin der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Michaela Schnell.

Möglicherweise könnte der Mann ein ausgebildeter Krieger sein. Er soll in früheren Jahren in seiner Heimat an Kämpfen der Jabhat al-Nusra-Front teilgenommen haben, die als kampfstarker Ableger des Terror-Netzwerkes Al-Kaida gilt.

Wegen seiner Vergangenheit könnte er auch in das Visier des Verfassungsschutzes geraten sein. „Wir stehen derzeit aber noch ganz am Anfang unserer Ermittlungen. Wir müssen noch abwarten, was die Ergebnisse der Hausdurchsuchungen bringen“, erklärt ein Fahnder. Die Staatsanwaltschaft müsse nun entscheiden, ob die Untersuchungshaft über den Mann verhängt werde.

Deja-vu

Mit dem Polizeieinsatz werden auch Erinnerungen an den 14-Jährigen aus St. Pölten wach, der Pläne geschmiedet hatte, am Westbahnhof eine Bombe zu zünden. Der junge Tschetschene verbüßt mittlerweile in der Jugendstrafanstalt Gerasdorf seine Haftstrafe.

Neue Entwicklungen gibt es auch um jenes Paar, das im Vorjahr in Baden verhaftet wurde. Die gebürtigen Tschetschenen sollen sich in Chats über einen Anschlag unterhalten haben. Ziel soll das Verteidigungsministerium gewesen sein. Demnächst wird gegen die beiden Anklage erhoben werden.

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