Next Generation @ Gsellmann

Das ist schon mehr als ein Talentbeweis, was Andreas Gsellmann da mit seinen ersten Weinen abgeliefert hat.


So ein Generationenwechsel stellt auf jedem Weingut ein gewisses Problem dar. Um dieses zu lösen werden verschiedene Strategien angewandt. Manche verheimlichen es nach außen hin so gut es geht und belassen sogar den Vornamen des Senior-Winzers im Firmennamen. Manche wollen es nicht einmal zu einer Hofübergabe kommen lassen und bleiben Chef, so lange es geht. Andere wiederum übergeben die Verantwortung so früh wie möglich und ziehen sich in die Weingärten zurück.

Sehr elegant lösen diese Aufgabenstellung Hans und Andreas Gsellmann. Sie arbeiten Schulter an Schulter und jeder weiß, wer für welchen Wein verantwortlich ist. Wenn das moderne Etikett den Schriftzug "Gsellmann & Hans" trägt, dann ist es ein Senior-Wein. An diese Etiketten konnten wir uns schon gewöhnen. Und jetzt gibt es die ersten "Gsellmann & Andreas"-Weine, auf die wir schon mit Spannung gewartet haben.

Gsellmann & Andreas Gabarinza 2006

Der Gabarinza 2006 ist eine Cuvée aus Blaufränkisch, Zweigelt und Merlot. Dunkles Purpur, schwarz im Kern, opak. In der Nase ganz zarte Holzaromen, ein Hauch von Eukalyptus und Rosmarin. Anklänge von Mon Cherie und Tabak. Am Gaumen ganz feiner Zwirn! Engmaschig, elegante Struktur, purer Extrakt mit maskuliner Würze, saftig, schöner Trinkfluss. Erinnert an große Kalifornier. Schwarze Kirschen und Rumzwetschken.

Andreas Gesellmann hätte keinen besseren Jahrgang für seinen Start erwischen können. Aber auch die Erwartungen waren demnach sehr hoch. Er hat sie übererfüllt. Sein Gabarinza ist ein tiefgründer Wein, den man eher einem Winzer mit jahrzehntelanger Erfahrung zutrauen würde. Andreas darf stolz auf diesen Wein sein, er wird ihm sicher sehr lange Freude bereiten. Und ich werde mir eine Flasche weglegen, um sagen zu können, dass ich den ersten Andreas Gsellmann bei mir im Keller habe. Der wird ganz sicher einmal sehr gefragt sein.

Gsellmann & Andreas Pinot Noir 2006

Helles Rubinrot, zarte Brauntöne. Im ersten Eindruck etwas animalisch, Österreich-typische Burgunder-Aromen, Leder und Kaffee. Am Gaumen Fruchtsüße aber auch Mineralik und eigenständiger Charakter. Etwas Hagebutte und markante Würze. Insgesamt eine freche, lebendige Struktur, die etwas auf Kosten der Harmonie geht.

(kurier) Erstellt am
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