Chronik | Niederösterreich
12.02.2017

Neues Bühnenwirtshaus in Spitz

Gastwirtefamilie mit Herz und Seele: die Stierschneiders © Bild: /Gilbert Weisbier (3)

Familienunternehmen sieht Zukunft im Eventbetrieb. Wachaubühne wird noch im Februar eingeweiht.

Dass auch ein ländlicher Gasthof bei den Gästen punkten kann, wenn man Außergewöhnliches bietet, beweist die Familie Stierschneider mit ihrem Weinhotel Wachau in Spitz an der Donau. Jetzt setzt der quirlige Junior Ewald noch eins drauf: Er erweitert das bereits clubbing- und konzerterprobte Haus um eine Theateranlage und macht es zu einem neuen Bühnenwirtshaus.

Bereits kommende Woche wird es mit einem großen Fest eröffnet. Bei all den Veränderungen lässt sich seine Schwester Sarah nicht aus der Ruhe bringen. Ihre liebevoll zubereiteten Hausmannskost-Schmankerl sorgen dafür, dass sich jeder Gast wohl fühlt – ganz unabhängig vom Kulturgeschmack.

"Gerade steigt die vierte Generation unserer Familie in den Gasthof ein", sagt Vater Ewald Stierschneider Senior. Er weiß, das ist keine Selbstverständlichkeit. Das Engagement seiner Kinder macht ihn froh, den Wirbel rund um Umbauten und neue Strukturen erträgt er gelassen. Und sein 24-jähriger Sohn genießt es, seine Vorliebe für Action und das Organisieren im Familienunternehmen auszuleben. Der Absolvent der Kremser Hotelfachschule hat trotz seiner Jugend bereits viele Erfahrungen gesammelt. Er hat bereits für international reisende Bühnen- oder Sportshows als Manager gearbeitet oder am Opernball Nachwuchswinzer präsentiert, ist aber auch als Organisator des Marillenkirtags in der Wachau hinter den Kulissen tätig. Er liebt den Kick; die Anspannung, die herrscht, damit alle Rädchen ineinander greifen, bis eine Veranstaltung gut abgelaufen ist. "Nachher setzen sich alle Helfer auf ein, zwei Bier zusammen. Wenn alles gepasst hat, ist das der schönste Moment", erzählt Ewald junior.

Kabarett

Die "Wachaubühne", die gerade in den größten Saal des Gasthofes eingebaut wird, soll – je nach Veranstaltung – durchschnittlich 120 Sitzplätze haben. "Die Region braucht mehr davon", ist Ewald überzeugt.

Am 17. Februar startet das Programm mit einer Kabarett-Serie, die Auftritte von Stefan Haider über Sigrid Spörk bis Fälbl & Vogl umfasst. Die Kontakte dafür knüpfte er über sein ständig wachsendes Netzwerk. Seine Schwester Sarah sorgt indessen dafür, dass die Gäste auch kulinarisch auf ihre Rechnung kommen.

Selber kochen

Zu Gast Stierschneider Spitz Bühnenwirtshaus © Bild: KURIER/Gilbert Weisbier
"Ich mache alles selber", lautet ihr Credo. "Weil ich niemand anderem traue, es mir recht zu machen", ergänzt sie. Die Gäste danken es ihr. Aus ihrer Hand schmecken das viel verlangte Cordon Bleu, das Hirschragout, Beef Tartar oder die Rehlendchen so, wie es die Gäste erwarten. Da müssen auch die Portionsgrößen passen.

"Nach knapp zwei Jahren habe ich mich eingearbeitet. Jetzt kann ich anfangen, zu experimentieren", erzählt Sarah voller Vorfreude. Ihre Biercremesuppe ist jedenfalls schon einmal ausgezeichnet angekommen. Dass sie jeden Lieferanten kennt, ist Ehrensache: "Die Eier kommen vom Bauern aus dem Waldviertel, das Reh- oder Hirschfleisch bringen uns befreundete Jäger. Das ist uns wirklich wichtig", sind die Geschwister einig.

Und mit Topweinen ist die Region ohnehin gesegnet. www.wachaubuehne.at