Neuerliche Sperre des Kampbades regt auf

Eintrag von außen sei Schuld an der Verunreinigung in Langenlois. Die Stadt will nicht länger Sündenbock für andere sein.

Es ist fast schon Tradition: Seit mittlerweile 15 Jahren sperrt die Behörde regelmäßig für einige Zeit das Kampbad von Langenlois, Bezirk Krems - weil zu viele Kolibakterien im Wasser schwimmen. So wie vergangene Woche. Dass es für die meisten ohnehin zu kalt zum Schwimmen im Kampfluss ist, tröstet den Bademeister Willi Wimmer nach allen Vorbereitungen nicht. Zahlreiche Untersuchungen sollen jedenfalls belegen, dass die Verschmutzung von außerhalb kommt. Aber gefunden hat man den Verursacher noch immer nicht.

Grünen-Stadtrat Andreas Nastl will nicht einsehen, dass man das nicht in den Griff bekommt und Langenlois unschuldig eine Image-Ohrfeige bekommt: "Die Stadt Langenlois hat ihre Hausaufgaben gemacht. Das Land müsste einmal Geld in die Hand nehmen, und flussaufwärts im Bezirk Horn an allen Zuläufen messen, um den Verursacher zu finden", meint er.

"Da gab es schon aufwendige Untersuchungen, man konnte aber den Eintrag nicht genau nachvollziehen", erklärten sowohl Wasserrechtsreferentin Gerlinde Traxler von der Bezirkshauptmannschaft Horn als auch Amtsarzt Dieter Pichler von der Bezirkshauptmannschaft Krems. Aus ihrer Sicht gibt es zu viele Möglichkeiten, wie die Keime ins Wasser gelangen könnten. Eine mögliche Schwachstelle wird bald beseitigt: Die Gemeinde Gars hat alle Genehmigungen für die Sanierung ihrer veralteten Kläranlage und beginnt derzeit mit dem Bau.

Heikel

"Der Kamp ist ein Moorgewässer, das grundsätzlich ungünstige Bedingungen für das Baden bietet. Beispielsweise sollte es eigentlich im Wasser eineinhalb Meter Sicht geben, damit man jemanden im Notfall bergen kann. Das ist fast nie der Fall", erklärt der Amtsarzt. In Langenlois werde mit sieben Mal im Jahr öfter als anderswo gemessen, weil es häufig Probleme gab. Die Sperre habe er verhängen müssen, weil die Zahl der Kolibakterien, die aus Säugetier-Fäkalien stammen, zuletzt deutlich über dem Grenzwert gelegen seien.

Die Stadt Langenlois lässt auf eigene Rechnung in der Saison alle zwei Wochen messen, um dem Problem auf den Grund zu gehen - das demnach von oberhalb kommt. "Wir nehmen seit dem vergangenen Herbst an insgesamt sechs Stellen im gesamten Gemeindegebiet Proben. Diesmal haben wir erstmals bis Plank hinauf gemessen", erklärt der Langenloiser Baudirektor Erich Obkircher. Die neuen Ergebnisse sollen kommenden Freitag vorliegen. Alle hoffen auf Entwarnung.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011