Chronik | Niederösterreich
14.06.2014

Neuer Anlauf im Mordfall Kührer

Verteidiger gewechselt. Der zu 20 Jahren Haft verurteilte Michael Kollitsch gibt nicht auf.

Michael Kollitsch sitzt in der skandalumwitterten Justizanstalt Stein. Der verurteilte Mörder von Julia Kührer aus Pulkau, NÖ, hat große Erwartungen. Nämlich in seinen neuen Verteidiger Wolfgang Blaschitz. Der soll eine Wiederaufnahme des Verfahrens bewirken. Denn: "Michael Kollitsch hat nichts mit dem Tod von Julia Kührer zu tun", sagt Blaschitz. Die Zusammenarbeit mit seinem ursprünglichen Rechtsanwalt Farid Rifaat hat der ehemaligen Videothekenbesitzer beendet. Rifaat war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Kein Detektiv, kein Akt

Dabei hatte der seit Monaten angekündigt, mithilfe von Detektiven neue Beweise in dem Mordfall heranschaffen zu wollen. "Die Detektive hat es nur in seiner Fantasie gegeben", schießt der neue Anwalt scharf gegen den Vorgänger. Das wolle Blaschitz nun nachholen. "Der Zufall hat mir konkrete, neue Anhaltspunkte in die Hände gespielt. Ich verfüge über Informationen, die den Fall in ein anderes Licht stellen." Was genau damit gemeint ist, will er noch nicht bekannt geben. Die Hinweise sollen sich aber auf den Ex-Freund von Julia Kührer und die damalige Hauptbelastungszeugin beziehen. "Wir werden versuchen, nachzuweisen, dass sie nicht die Wahrheit gesagt haben. Das ergibt sich auch aus den Gerichtsaussagen."

Doch den Akt hält Blaschitz noch nicht in Händen. Den hat Rifaat. "Er will 1500 Euro für die Bereitstellung des Aktes. Ich werde nicht dafür zahlen, dass ich arbeiten darf." Also werde er sich jetzt die Unterlagen vom Gericht holen.

Sein Ziel ist ident mit dem des Vorgängers: Eine Wiederaufnahme des Verfahrens. "Ich habe mir den Sommer als Zeitlimit gesetzt."

Kollitsch wurde ursprünglich im Landesgericht Korneuburg zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Oberlandesgericht setzte die Strafe auf 20 Jahre herab.