Chronik | Niederösterreich
18.07.2013

Neu und alt bei Stronach

NÖ Direkt: Die Liste liest sich wie ein Auszug aus Stronachs Firmen-Organigramm.

Eines hat sich geändert seit Frank Stronachs letzter Kandidatur in Niederösterreich. Der Spitzenkandidat. Gab sich bei der Landtagswahl noch der Parteigründer selbst die Ehre, führt bei der Nationalratswahl im Herbst Klubobmann Robert Lugar die Landesliste des Teams Stronach an. Die weitere Liste liest sich wie ein Auszug aus Stronachs Firmen-Organigramm: Medienmann Tillmann Fuchs, gleichzeitig Franks Wahlkampfmanager, kandidiert auf Platz zwei. Dahinter folgt mit Renate Heiser-Fischer Stronachs persönliche Assistentin. Deren Lebensgefährte, Rekordkurzzeitjustizminister (25 Tage) Michael Krüger, hat an Stronachs Parteiprogramm mitgewerkt. Auf Platz vier schließlich kandidiert Ex-Miss-World Ulla Weigerstorfer, bisher immer wieder Stronachs Frau für Kommunikationsfragen.

Eines hat sich beim Team Stronach seit der Landtagswahl nicht geändert. Die internen Konflikte. Nur wenige Stunden vor der offiziellen Präsentation der Landesliste am Donnerstag, schmiss der auf Platz fünf gereihte Bernhard Baumegger hin. „Mit diesem Kurs kann ich mich nicht mehr identifizieren“, meinte Baumegger nach einer Parteiveranstaltung am Mittwochabend. „Darum habe ich per eMail fast alle meine Funktionen zurück gelegt. Ersatzmitglied im Bundesrat werde ich bleiben.“ Für dieses Amt sei er schließlich von den Niederösterreichern gewählt worden. Der Ex-ÖVPler Baumegger ist seit dem Vorjahr beim Team Stronach, war dort Regionalverantwortlicher für das südliche Industrieviertel. Vor allem die Person von Robert Lugar sei es, die ihn zum Austritt veranlasse. „Der hat keine Ahnung von Wirtschaft.“

Lugar, mit dem Rücktritt konfrontiert, glaubt an ein Missverständnis. Insider mutmaßen, Baumegger sei mit seinem Listenplatz unzufrieden gewesen. Das weist der zurück. „Der Frank meint es ja gut, aber wenn er nicht in Österreich ist, geht es drunter und drüber.“

Wahlziel des Teams Stronach ist eine Regierungsbeteiligung, erklärte Landesobfrau Elisabeth Kaufmann-Bruckberger. In NÖ rechnet sie mit ähnlich gutem Abschneiden, wie bei der Landtagswahl (9,8 Prozent). Rechtzeitig zum Intensivwahlkampf im September verlegt das Team Stronach seine im Herbst in Baden eröffnete Landesparteizentrale nach St. Pölten.