Nervenkrieg im Fall Julia Kührer

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Ermittler haben das frühere Auto von Michael K. untersucht. Die Spuren werden mit der DNA von Julia verglichen.

Für die Staatsanwaltschaft Korneuburg ist der 49-jährige Michael K. die Schlüsselfigur im Kriminalfall Julia Kührer. Die Anklagebehörde will den Tatverdächtigen im Gefängnis sehen. Deshalb wurde am Freitag Einspruch gegen die vom Haftrichter veranlasste Enthaftung beim Oberlandesgericht eingebracht. Bereits am Montag könnte das OLG darüber entscheiden und der neuerlichen Festnahme zustimmen.

Die Staatsanwaltschaft musste im Einspruch begründen, wieso sie dringenden Tatverdacht sieht. Am schwerwiegendsten ist für die Ankläger die Tatsache, dass das Skelett von Julia Kührer auf dem Grundstück von Michael K. in Dietmannsdorf im Bezirk Hollabrunn (NÖ) gefunden wurde. Seine Aussagen, wonach das Anwesen immer unversperrt war und jeder die Leiche dort hätte ablegen können, wurden inzwischen von mehreren Personen widerlegt. Auch die Gemeinde stand kurz vor Julias Auffinden vor einem versperrten Tor.

Was den Ermittlern jedoch noch fehlt, sind handfeste Indizien, dass K. mit dem Tod der 16-Jährigen etwas zu tun hat. Die Zeugenbefragungen gehen deshalb unvermindert weiter. Noch immer melden sich Personen, die ein weiteres Puzzleteil in dem spektakulären Fall liefern könnten.

Spuren

Die Ermittlungsarbeit ist längst in einen Nervenkrieg ausgeartet, denn immer wieder werden neue Details im Fall Kührer in den Medien bekannt. News berichtete diese Woche etwa, dass auf dem Grundstück des Verdächtigen Tierknochen gefunden wurden. Auch einen Zwischenerfolg können die Kriminalisten vorweisen. Seit wenigen Tagen verfolgen sie eine neue Spur. Sie haben zwei Autos aufgestöbert, die Michael K. zum Zeitpunkt des Verschwindens von Julia Kührer gefahren hat.

Ein Wagen steht derzeit noch in Litauen. Das zweite Fahrzeug, ein Mazda 121, wurde nach KURIER-Informationen von den Tatort-Spezialisten bereits erkennungsdienstlich untersucht, zahlreiche Spuren wie Haare und Fasern konnten sichergestellt werden. Das Material wird nun im Labor mit DNA-Proben von Julia Kührer verglichen. Sollte es eine Übereinstimmung geben, steht eindeutig fest, dass Kührer in dem Wagen des Tatverdächtigen gesessen hat. Auch alle sichergestellten Spuren aus dem Haus in Dietmannsdorf werden dahingehend überprüft.

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Erstellt am 05.12.2011