Nach Scheinabnahme von Autos überrollt

Ein 75-jähriger Alkolenker wurde im Bezirk Neunkirchen selbst zum Unfallopfer. Er starb auf dem Fußmarsch nach Hause.

Die Unfallstelle glich einem Schlachtfeld. Nur zwei Stunden nachdem die Polizei Montagabend einem Alkolenker im Bezirk Neunkirchen nach einem Verkehrsunfall den Führerschein abgenommen hatte, wurde der 75-Jährige von zwei Autos angefahren und getötet.

Wegen der besonders tragischen Umstände wurde der Fall am Dienstag von der Polizei im Detail aufgearbeitet. Beamte aus Ternitz wurden am Dienstag gegen 20.15 Uhr zu einem Unfall mit Sachschaden gerufen. Der 75-jährige Pensionist Ludwig R. war in Ternitz-Putzmannsdorf mit seinem VW in einen Gartenzaun gekracht.

1,94 Promille

Das Alko-Vortestgerät zeigte bei dem Fahrer 1,94 Promille. Den offiziellen Alkotest verweigerte der Mann, worauf ihm der Schein an Ort und Stelle abgenommen wurde. "Die Kollegen haben ihn mehrmals gefragt, ob sie ihm ein Taxi rufen sollen. Er wollte jedoch zu Fuß nach Hause gehen", erklärt der Neunkirchner Bezirks-Polizeikommandant, Oberstleutnant Johann Neumüller. Ludwig R. verließ die Unfallstelle schließlich in Richtung Köttlach, wo der Mann zu Hause war. "Die Beamten sind auf Nummer sicher gegangen und ihm ein wenig später auch hinterher gefahren. Da ging er schnurstracks am Gehsteig", erklärt Neumüller. Deshalb konnten die Beamten es nicht fassen, als gegen 22.20 Uhr der Notruf einlangte. Autofahrer meldeten, dass ein Mann auf der Bundesstraße 17 von zwei Fahrzeugen erfasst wurde.

Kurz darauf war es traurige Gewissheit. An Hand der Kleidung konnte das Unfallopfer rasch als der 75-Jährige identifiziert werden, dem kurz zuvor der Schein abgenommen wurde. Obwohl das Wohnhaus des Mannes nur ein paar Gehminuten entfernt liegt, dürfte er sich etwa eine halbe Stunde bei einem Buswartehäuschen an der B 17 aufgehalten haben. Wieso der Alkoholisierte plötzlich mitten auf der Fahrbahn stand, bleibt ein Rätsel. Er wurde ungebremst vom Wagen eines 35-Jährigen mit etwa 70 km/h erfasst, über das Fahrzeug geschleudert, von einem nachkommenden Auto gerädert und starb.

Dienstagvormittag war auf der A 2 bei Wr. Neustadt das nächste Todesopfer zu beklagen. Ein 20-jähriger Ungar krachte mit seinem Klein-Lkw in einen Grünstreifen. Als die Polizei kam, lag er leblos neben dem Fahrzeug. In Hainfeld (Bezirk Lilienfeld) starb Dienstagabend ein Autolenker bei einem Frontalzusammenstoß auf der B 18.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011