Die Firma ASA liegt nahe am Wohngebiet

© Sascha Trimmel

Wiener Neustadt
04/25/2014

Müllfirma ins Visier geraten

Stadtparlament wendet sich wegen Gestank und Fliegenplage ans Land.

von Patrick Wammerl

Rechtlich sind der Stadt die Hände gebunden. Dennoch will die Gemeinde nichts unversucht lassen, im Konflikt rund um den Müllentsorgungs-Spezialisten ASA in der Wr. Neustädter Breitenauer Siedlung eine Lösung zu finden. Die Anrainer laufen mittlerweile wegen der Geruchsbelästigung und Insektenplage gegen den Betrieb Sturm.

Nach einer Bürgerversammlung vor wenigen Tagen beschäftigte die Angelegenheit am Mittwoch das Stadtparlament. Alle Parteien einigten sich darauf, dass zum einen das Land ersucht wird nachträglich eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) einzuleiten und zum anderen die Gemeinde eine Standortverlegung der Firma prüft. Die Firma ASA hat sich auf die Entsorgung gefährlicher Abfälle spezialisiert. Dabei wird vor allem Industrie-Kunststoff für die Zementgewinnung aufbereitet. "Diese thermische Behandlung ist natürlich eine Brutstelle für Insekten", spricht Mayerhofer die massive Fliegenplage an.

Genehmigung

Seitdem der Betrieb im Jahr 2002 seine jährliche Tonnage an Müll von 9900 auf 34.000 Tonnen erhöhen durfte, haben auch die Probleme in der Breitenauer Siedlung deutlich zugenommen, erklärt der Sprecher der Bürgerinitiative, Gregor Werbanschitz. "Von Mai bis September gibt es sicherlich 60 Tage mit massiver Geruchsbelästigung. Die nächsten Häuser stehen 120 Meter von der Firma entfernt", so Werbanschitz. Die Anrainer verweisen außerdem auf den Kindergarten und die Hans Barwitzius Volksschule, die sich in unmittelbarer Nähe der Firma befindet. "Das größte Problem ist, dass die Anrainer in einem Verfahren keine Parteienstellung haben", klagt die Bürgerinitiative.

Auch die Gemeinde ist in der Causa nur Bittsteller. Verantwortlich für alle Genehmigungen zeichnet die Abteilung Umweltrecht (RU4) des Landes. Ein Gesprächsgipfel mit den Verantwortlichen, der für heute Freitag angesetzt war, musste kurzfristig verschoben werden.

Die Gemeinde will indes weiterhin mit der Firma ASA die Möglichkeiten einer Standortverlegung prüfen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund vier bis sechs Millionen Euro. Die ASA wäre dazu nur bereit, wenn für die Firma selbst keine Kosten anfallen.

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