Mordverdächtige Witwe bleibt in Haft

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Foto: Privat Bogumila W. bleibt in U-Haft.

Die 51-jährige Polin könnte eine dritte Person „zu Tode gepflegt“ haben. Eine Hinterbliebene ging auf Spurensuche.

Der Giftkrimi um eine Witwe, die zwei Lebensgefährten umgebracht und sich deren Vermögen angeeignet haben soll, gleicht immer mehr dem Fall Blauensteiner. Die als „Schwarze Witwe" Titulierte vergiftete in den 1990er-Jahren zwei Lebensgefährten und eine Nachbarin – und erbte. Auch bei den Ermittlungen gegen die in Kremser U-Haft sitzende Polin Bogumila W. geht es seit Donnerstag – der KURIER berichtete in einem Teil der Ausgabe – um einen dritten Todesfall. Die 51-Jährige soll drei Monate lang eine alte Frau gepflegt und nach deren Tod den wertvollen Schmuck geerbt haben.

Was die Vermögen der Verstorbenen betrifft, spielt der Sohn von Bogumila W. eine Rolle. Er kam am Freitag aus Polen und wurde zu Kontobehebungen verhört. Bewohner des Hauses, in dem der erste Lebensgefährte der polnischen Witwe – Herbert Ableidinger – gemeinsam mit dieser bis zu seinem Tod gelebt hatte, wissen über den Sohn auch einiges zu berichten: Er und ein Nachbarssohn fuhren jeweils mit einem teuren Auto vor. Was dazu passt, dass Ableidingers Mercedes seit dem Tod des 68-Jährigen verschwunden ist und auch der Wagen des zweiten Lebensgefährten unter mysteriösen Umständen den Besitzer gewechselt hat.

 

Hausärztin

Anwalt Gerersdorfer beantragte Enthaftung von Bogumila W Foto: Gerersdorfer Anwalt Gerersdorfer beantragte Enthaftung von Bogumila W.

Ableidinger starb 2010 im Spital kurz nach Einlieferung, er war in völlig verwahrlostem Zustand. Das lässt seiner Tochter Karin Ojukwu – die das Ermittlungsverfahren im Giftkrimi ausgelöst hat – keine Ruhe. Sie, die mit dem Vater wenig Kontakt hatte, betätigt sich als Detektivin. So machte sie sich auch auf die Suche nach dessen Hausärztin.

In Wien-Meidling wurde sie fündig. Die Ärztin erzählte, sie sei jede Woche bei Ableidinger gewesen und habe ihm Infusionen verabreicht. Als Karin Ojukwu sie damit konfrontierte, dass die Justiz auch wegen unterlassener Hilfeleistung ermittle, berief sich die Ärztin plötzlich auf ihre Schweigepflicht. Freitagnachmittag fand in Krems die Haftprüfung für Bogumila W. statt. Verteidiger Timo Gerersdorfer forderte die Enthaftung. Das Gericht lehnte ab.

 

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(kurier) Erstellt am
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