Die italienisch beschrifteten Paletten mit Marillen waren hinter einem weißen Zelt abgestellt.

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Wachau
07/14/2015

Mogelvorwurf bei Marillenverkauf

Beim Marillenfest in Stein fanden Kunden Paletten mit italienischem Kantenschutz.

von Jürgen Zahrl

Mogelpackung oder Missverständnis? Die Aufregung rund um einen Verkaufsstand beim vergangenen Marillenfest in Krems-Stein ist groß. Hinter einem weißen Zelt hatte eine Besucherin aus Wien mehrere italienisch beschriftete Paletten mit reifen Marillen entdeckt. Sie fühlt sich betrogen, weil sie davon ausgeht, dass sie Marillen aus der Region bekommt, wenn sie in der Wachau einkauft. Die Organisatoren versichern, dass die Früchte aus der Heimat stammen, und nur der weiße Kantenschutz falsch angebracht war.

Diese Version kann Franz Reisinger, Obmann der Produzenten der Original Wachauer Marillen, nur schwer glauben. "Beim Marillenfest in Stein gibt es immer wieder Probleme. Mit ihren grenzwertigen Verkaufsmethoden schädigen die Veranstalter nachhaltig die Wachauer Marille. Wir sind sauer", sagt Reisinger. Seit Jahren kämpft er gegen Trittbrettfahrer, die Schindluder mit der Herkunft der Früchte treiben.

Ihm sei klar, dass es schwierig sei, ein Fest zu planen, wenn der Termin fixiert sei, aber die reifen Marillen noch fehlen würden. "Wenn schon fremde Früchte verkauft werden, dann muss das für den Kunden klar ersichtlich sein", fordert Reisinger. Er rechnet damit, dass die Wachauer Marillen erst ab dieser Woche in größeren Mengen verfügbar sein werden. "Wer sicher gehen will, Originale Wachauer Marillen zu kaufen, muss genau auf die Herkunftsbezeichnung achten", betont Obmann Reisinger (siehe "Gütesiegel" unten).

Bestellung

Johann Reis, der beim Marillenfest in Krems-Stein für den Verkaufsstand verantwortlich war, versichert, dass ausschließlich heimische Marillen feil geboten wurden. "Wir haben sie beim örtlichen Obsthändler bestellt und geliefert bekommen. Sie wurden aber bewusst nur unter der Bezeichnung ‚Frische Marillen‘ verkauft."

Obsthändler Andreas Unfried garantiert, dass "die Marillen aus Niederösterreich" kommen: "Um die Früchte unbeschädigt liefern zu können, habe ich irgendeinen Kantenschutz montiert, ohne darauf zu achten, was darauf steht. Ich war in Eile, weil am Sonntag viele Menschen auf Marillen gewartet haben." Die Organisatoren versprechen nun eine Änderung im kommenden Jahr: Man wolle künftig regionale Marillenbauern einladen, beim Verkauf aktiv mitzuhelfen.

Gütesiegel: Garantie für Herkuft und Aroma

Mit dem Gütesiegel „Original Wachauer Marille“ garantieren insgesamt 200 Marillenbauern, die in einem Verein organisiert sind, dem Konsumenten sowohl die Herkunft als auch die Geschmacksqualität der Wachauer Marille. Mit dem Namen dürfen aber nur Marillen bezeichnet werden, die aus einer von 21 Wachauer Gemeinden stammen. Die Haupterntezeit startet heuer rund um den 15. Juli und wird ungefähr drei Wochen dauern. Eine Webcam auf der Internetseite www.wachauermarille.at zeigt den Reifegrad einer Marille.

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