Chronik | Niederösterreich
27.07.2017

Mödling: Kritik an Brandschutz im Stadttheater entzündet Politstreit

FPÖ will Theater sperren. Stadtchef prüft aufgrund der Vorwürfe nun Klage gegen die Blauen.

Gefahr in Verzug ortet die FPÖ beim Stadttheater Mödling. Wegen schwerer sicherheitstechnischer Missstände sei die sofortige Schließung notwendig. Bürgermeister Hans Stefan Hintner (ÖVP) hingegen spricht von skandalösen Vorwürfen und stellt eine Klage in den Raum. Für Intendant Bruno Max wiederum ist das eine klare politische Ansage gegen das Theater. Doch was war passiert?

Im Zuge der Beschlussfassung für den neuen Fördervertrag des im Stadttheater Mödling eingemieteten "Theater zum Fürchten" will die FPÖ schwere Brandschutz-Verstöße entdeckt haben. Fotos, die der Partei zugespielt worden seien, würden verstellte Fluchtwege, Ablagerungen im Bereich des Orchestergrabens und nicht ordnungsgemäß verlegte elektrische Verkabelungen zeigen, erklärt Gemeinderat Harald Thau. Gerade letzteres sei eine der häufigsten Brandursachen."Die Besucher sind nicht mehr sicher", konstatiert er. Zudem würden ein Elektroattest fehlen sowie Feuerlöscher-Überprüfungen überfällig sein, meint Thau, selbst Brandschutzsachverständiger.

Die FPÖ fordert nun monatliche Kontrollen durch einen Experten. "Das Theater sollte so lange geschlossen bleiben, bis ein Sachverständiger, der kein Naheverhältnis zur Stadt hat, ein Gutachten erstellt." Bei der Stadt, als Eigentümerin des Gebäudes, ist man erbost. "Es wird hier unterstellt, dass konzessionierte Betriebe und die Feuerwehr unsachgemäß arbeiten und der Bürgermeister und die Stadt nicht ordnungsgemäß prüfen", sagt Bürgermeister Hans Stefan Hintner.

Theater als Problem?

Auch Intendant Bruno Max betont, dass es keine Sicherheitsmängel gibt. Die FPÖ habe "schlicht ein Problem mit humanistischem Theater" und mit der Förderung. Die Verkabelung sei befundet, der Orchestergraben mit dem Holzkeller unter der Bühne verwechselt worden. Zudem würde es vor jeder Veranstaltung eine Begehung mit der Feuerwehr geben. Die überprüft etwa, ob die Fluchtwege frei sind. Laut Max habe dies erst vor Kurzem, vor der Teatro-Premiere, im Beisein des Gemeinde-Juristen und des Bauamtes stattgefunden.

Allerdings fehlt tatsächlich das letztgültige Elektroattest, wie Vize-Stadtchef Ferdinand Rubel erklärt. 2013 wurde eins gemacht. 2015 wäre es wieder fällig gewesen. Das für heuer wurde bereits in Auftrag gegeben. Auch das restliche Gebäude soll noch einmal genau angeschaut werden– trotz regelmäßiger Überprüfung durch den Brandschutzbeauftragten der Stadt.

Max räumt zudem ein, dass die Kontrolle einiger Feuerlöscher um wenige Monate überfällig sei. Dennoch sei das Theater "übersicher". Es gebe bei jeder Veranstaltung zwei Feuerwehrleute vor Ort, mit der Feuerwehr verbundene Brandmelder und sogar Wandhydranten. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen."