Das Kind starb schließlich im SMZ-Ost

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Chronik | Niederösterreich
02/13/2017

Misshandlungsverdacht: Maximilian wurde nur drei Monate alt

Baby dürfte in St. Pölten zu Tode gequält worden sein. Gegen die Eltern wird ermittelt.

Wurde der drei Monate alte Maximilian so lange geschlagen, bis das Baby starb?

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten hegt einen furchtbaren Verdacht der Kindesmisshandlung mit tödlichem Ausgang. Der Säugling wurde in der Nacht auf Sonntag in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert, wo er trotz aller Bemühungen seinen Verletzungen erlag.

Die Ärzte stellten Anzeichen einer schweren Misshandlung fest. Der Säugling hatte unter anderem einen Schädelbruch, Rippenbrüche, Hämatome sowie eine Netzhautablösung an den Augen. Der 33-jährige Kindsvater wurde festgenommen. Auch gegen die Mutter – sie ist auf freiem Fuß – wird ermittelt.

Nach den bisherigen Erhebungen, war der Vater am Samstagabend mit Maximilian und dessen eineinhalbjährigem Bruder in deren Haus in St. Pölten, während die Mutter der Kinder auf einem Clubbing in Wien feierte.

Kurz vor 23 Uhr kam es wegen eines "leblosen Kindes" an der Wohnadresse zu einem Rettungseinsatz. Der Notarzt erkannte sofort den Ernst der Lage und brachte das Kleinkind, das sich in lebensbedrohlichem Zustand befand, in die Universitätsklinik nach St. Pölten. Wegen des schweren Grades der Verletzungen wurde der Bub mit dem Notarztwagen ins SMZ-Ost nach Wien verlegt, wo das Ärzteteam wenig später den Kampf um das Leben des Säuglings verlor.

"Die Ermittlungen und Befragungen sind im Gange. Wir erheben wegen Quälens unmündiger Personen mit Todesfolge beziehungsweise wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang", erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten, Karl Wurzer.

Was davon übrig bleibe, sei noch offen, meint Wurzer. Auch ein Verfahren wegen Mordes sei nicht auszuschließen.

Gerichtsmedizin

Der festgenommene Kindsvater bestreitet, etwas mit den Verletzungen zu tun zu haben. Es gibt Hinweise auf eine WhatsApp-Nachricht der Mutter. Darin soll es sinngemäß heißen, dass sie das Schreien des Kindes nicht mehr ertragen würde. Wegen dieser Indizien legt die Staatsanwaltschaft großes Augenmerk auf die Obduktion. Diese soll nun klären, ob die Verletzungen des Buben vom Wochenende stammen oder schon länger zurückliegen, als das Baby auch unter der Aufsicht der Mutter stand. Das Ergebnis stand zu Redaktionsschluss noch aus.

"Ich habe Sonntagfrüh von der Polizei von diesem schrecklichen Vorfall erfahren. Wir haben uns danach sofort um die Obsorge des zweiten Kindes gekümmert", erklärt Gerhard Karner vom Jugendamt. Die Familie ist erst kürzlich aus dem Bezirk in die Stadt St. Pölten gezogen.