Missbrauchsvorwürfe: Pfarrer wird angeklagt

Die Liste der gegen Pater Fabian erhobenen Vorwürfe ist lang.

Der ehemalige Pfarrer von Traiskirchen (Bezirk Baden), gegen den seit Oktober Ermittlungen wegen Missbrauchsverdachts laufen, ist von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angeklagt worden. Die Liste der gegen Pater Fabian erhobenen Vorwürfe ist lang. Laut Staatsanwaltschaft geht es um Vergewaltigung, geschlechtliche Nötigung, sexuellen Missbrauch einer wehrlosen Person, Körperverletzung und Stalking. Das bestätigt Sprecher Erich Habitzl am Donnerstag.

Wie berichtet, wurde der Geistliche vom Vater eines damals 22-Jährigen angezeigt. Der Vorwurf: Er soll den jungen Mann, zu dem er über Jahre eine enge Verbindung pflegte, mit K.O.-Tropfen betäubt und missbraucht haben. Daraufhin wurde der Pfarrer vom Stift Melk abberufen. 1520 Traiskirchner haben zuletzt aber für seine Rückkehr unterschrieben. „Wir stehen hinter Pater Fabian“, schildert Pfarrgemeinderätin Theodora Tod.

Im Zuge eines Gutachtens wurden im Körper des heute 23-jährigen mutmaßlichen Opfers Rückstände des Hypnotikums Flunitrazepam gefunden. „Das Gutachten hat ergeben, dass die Substanz im Juni 2012 einmalig eingenommen worden ist. Zu diesen Zeitpunkt hatte mein Mandant nachweislich keinen Kontakt zu dem jungen Mann“, erklärt Pater Fabians Anwalt, Michael Dohr. Er wird die Anklage beim Oberlandesgericht Wien beeinspruchen. „Ich habe ein reines Gewissen und werde mich mit allen gebotenen Mitteln zur Wehr setzen“, schreibt der Pater in einem Mail. Es gäbe keine Anschuldigungen des 23-Jährigen selbst, nur von dessen Vater.

( Kurier ) Erstellt am 11.07.2013