Chronik | Niederösterreich
23.04.2012

Mini-Zug soll Pendler befördern

800 Personen pendeln täglich mit dem Pkw aus der Gemeinde Ernstbrunn aus.

Hektik herrscht auf dem Ernstbrunner Bahnhof schon lange keine mehr. Vor Jahrzehnten wurde der Personenverkehr eingestellt. Jetzt wird die Strecke nur noch für Nostalgiefahrten und den Güterverkehr genutzt – und auch der wird immer weniger. „Weil der Transport auf den Schienen immer teurer wird“, schüttelt Bürgermeister Johann Prügl den Kopf. „Dabei gibt’s hier einige Betriebe, die das gerne und sofort nutzen würden.“ Sein Herz hängt an der Strecke. „Mein Wunsch ist, dass sie in den nächsten drei Jahren wieder aktiviert wird.“ Und zwar für die Pendler. Ein Betreiber wird gesucht.

Auspendler

600 bis 800 Menschen pendeln täglich aus der Gemeinde aus. Der Großteil fährt nach Wien. Und nach langen Jahren des Bevölkerungsrückganges wächst die Gemeinde wieder deutlich. „Der Großteil der Auspendler fährt mit dem Auto über die B 6. „Zu den Pendlerzeiten spielt es sich auf der Strecke ziemlich ab“, sagt Vizebürgermeister Horst Gangl. Busse fahren zwar nach Korneuburg, doch die werden hauptsächlich von den Schülern genutzt. Deshalb haben sich Prügl und Gangl nach Alternativen umgesehen – und sind in Deutschland fündig geworden. In der „Donnersberg-Bahn“ haben sie ihr Vorbild gefunden. „Dabei handelt es sich um ein Leichtschienen-Fahrzeug mit 70 Sitzplätzen. Im Prinzip ist das ein klimatisierter Waggon mit Fahrschein-Automat und Toilette“, beschreibt der Bürgermeister. Die Donnersberg-Bahn verkehrt im Stundentakt. Und die wünschen sich auch die Gemeindevertreter von 5.30 bis 22 Uhr für ihre Strecke bis Wien. „Die anderen betroffenen Gemeinden würden mitmachen“, sagt Prügl. Und schon jetzt treffe man dafür Vorkehrungen. „Wir haben die Eisenbahnkreuzungen minimiert, um die Strecke dafür fit zu machen.“ Allein: Ein Betreiber fehlt. „Aber es wird Gespräche geben“, erklärt Prügl. Das Konzept eines Verkehrsplaners würde zudem bescheinigen, dass sich ein derartiges Projekt rechnet. „Das ist eine Zukunftschance“, sind Prügl und Gangl überzeugt.