Chronik | Niederösterreich
24.04.2017

Mikl-Leitner um "11.04 Uhr" als Landeshauptfrau angelobt

NÖs erste Landeshauptfrau leistete am Montag bei Bundespräsident Van der Bellen ihren Amtseid.

Einen persönlichen Staatsakt erlebte Prölls Nachfolgerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Montagvormittag in der Wiener Hofburg. Sie wurde von Bundespräsident Alexander Van der Bellen als erste Landeshauptfrau von Niederösterreich angelobt. Vor den Augen ihrer Familie - Ehemann Andreas, Zwillingsschwester Cornelia oder ihrer jüngeren Tochter - sowie vor Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und ÖVP-Landesmanager Bernhard Ebner leistete sie exakt um 11.04 Uhr ihren Amtseid: "Ich gelobe!" Diese zwei kurzen Worte hörten auch Landesamtsdirektor Werner Seif sowie ihr Bruder und ihre ältere Schwester.

Unmittelbar nach der Unterschrift sagte Mikl-Leitner zu Van der Bellen, nachdem er ihr "für diese nicht ganz leichte Aufgabe alles Gute" wünschte: "Ihnen auch alles Gute". Im ganzen Saal brach großes Gelächter aller Anwesenden aus. Ungläubiges Lächeln auch von Van der Bellen. Vor der Präsidentschaftskanzlei ging es zünftig zu - hier spielte die Musikkapelle Klosterneuburg auf. Dort wohnt sie mit ihrer Familie. Nach ihrer Angelobung wirkte Mikl-Leitner gelöst: "Heute ist ein Tag der Freude, meine Großfamilie ist da. Heute wird gefeiert." Zum politischen Verständnis sagte sie: "Ich werde um ein gemeinsames Miteinander bitten. Das gibt uns Kraft für Niederösterreich."

Übersiedlung von Bundeseinrichtungen?

Während sich Bundespräsident Van der Bellen mit Mikl-Leitner zu einem Vier-Augen-Gespräch zurück zog, meinte Vizekanzler Mitterlehner: "Ich erwarte mir in ihrer neuen Aufgabe eine gute Zusammenarbeit. Wir kennen uns ja schon lange." Zum Vorschlag Mikl-Leitners, Bundeseinrichtungen nach Niederösterreich zu übersiedeln, meinte er: "Es gibt dazu einige Gedanken, Detailgespräche folgen", so Mitterlehner.

Am vergangenen Mittwoch wurde Mikl-Leitner als Nachfolgerin von Erwin Pröll, der fast 25 Jahre lang als Landeshauptmann in Niederösterreich tätig war, in einer Sondersitzung des nö. Landtags gewählt. Sie bekam 52 von 56 Stimmen. Nur die Freiheitlichen verwehrten ihr die Zustimmung, wie die FPÖ schon im Vorfeld bekannt gab.