Chronik | Niederösterreich
15.03.2018

NÖ: Messerangriff gegen älteren Bruder

16-Jähriger soll seinem Bruder im Streit mehrmals Messer in den Körper gerammt haben. Das Opfer wurde notoperiert.

Beinahe tödlich dürfte am Mittwoch in Matzendorf-Hölles (Bezirk Wiener Neustadt) eine Auseinandersetzung zwischen einem Brüderpaar geendet haben. Im Zuge eines Streits soll ein 16-jähriger seinen älteren Bruder mit mehreren Stichen in Oberkörper und Lunge lebensgefährlich verletzt haben.

Kurz vor 14 Uhr soll der Streit zwischen den Geschwistern im Wohnhaus am Ortsrand von Matzendorf-Hölles gefährlich eskaliert sein. Wie die bisherigen polizeilichen Ermittlungen ergeben haben, steht der Jüngere im Verdacht seinem 17-jährigen Bruder mehrmals ein Messer in den Oberkörper gerammt zu haben.

Anschließend dürfte der 16-Jährige durch das Fenster im Dachgeschoß des Hauses geflüchtet sein. Am Tatort fanden Ermittler entsprechende Spuren. Das Insektenschutzgitter am Fenster war heruntergerissen, außerdem fanden sich am Dach jede Menge Blutspuren. Das Opfer soll zunächst noch versucht haben seinen Bruder ins Freie zu verfolgen. "100 Meter vor dem Haus sackte er dann auf Grund seiner schweren Verletzungen zusammen", so ein Ermittler.

Passanten fanden den Schwerverletzten und wählten den Notruf. Der Jugendliche wurde mit dem Rettungshubschrauber auf schnellstem Wege ins SMZ-Ost nach Wien geflogen und notoperiert. Sein Zustand war am Abend kritisch. Kurz nach der Bluttat kam der Bruder des Opfers zum Tatort zurück und stellte sich der Polizei. Er ließ sich widerstandslos festnehmen.

Wieso der Streit derart eskaliert sein könnte, sollen die Befragungen durch die Mordgruppe des Landeskriminalamtes ergeben. Unmittelbare Tatzeugen gibt es offenbar keine. Der 16-Jährige verzichtete am Mittwoch auf einen anwaltlichen Beistand.

Laut Polizei ist die Tat auf psychische Probleme des 16-Jährigen zurückzuführen. Der Jugendliche dürfte seit geraumer Zeit Gewaltfantasien haben. Der Angriff gegen den um ein Jahr älteren Bruder "ist ohne Vorwarnung erfolgt", sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Donnerstag. Offenbar gab es keinen Streit vor der Tat.