Chronik | Niederösterreich
23.03.2017

Med-Austron: Kostenstreit zum Jubiläum nicht geklärt

Zehn Jahre nach dem Startschuss für das Krebszentrum wurde entsprechend gefeiert.

Für viele Patienten ist Med-Austron so etwas wie die letzte Hoffnung. Zehn Jahre ist es her, dass in Wiener Neustadt der offizielle Startschuss für das Krebstherapie und -forschungszentrum gefallen ist. Dieses Jubiläum wurde am Mittwoch entsprechend gefeiert. Wenige Tage vor seinem endgültigen Rückzug aus der Politik dankten die Verantwortlichen, Landeshauptmann Erwin Pröll für seinen "richtigen Riecher und seine Hartnäckigkeit bei der Umsetzung des Projekts". Denn nicht nur einmal stand das 200 Millionen Euro teure Krebszentrum auf Messers Schneide, weiß Wegbegleiter Klaus Schneeberger.

Bei aller Freude der 300 Festgäste schwebte die ungeklärte Frage der Behandlungskosten wie ein Damoklesschwert über der Veranstaltung. Seit 14. Dezember werden die ersten Krebspatienten bei Med-Austron mit Hilfe der Ionenstrahlen behandelt, noch müssen sie dafür aber tief in ihre eigene Tasche greifen. Der Grund: Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger will derzeit nur 14.000 beziehungsweise 18.000 Euro (je nach Strahlungsart) für die Behandlung bei Med-Austron zuschießen.

Zweiklassenmedizin

Die Kosten sind laut Geschäftsführung aber fast doppelt so hoch. Für den Rest muss daher der Patient aufkommen. "Es droht die Gefahr einer Zweiklassenmedizin", heißt es bei Med-Austron. Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Schneeberger spricht von einem untragbaren Zustand und drängt mit einem weiteren Schreiben an den Hauptverband auf eine rasche Lösung – in Form eines Direktverrechnungsvertrages mit den Kassen. "Der Zwist um das Geld darf nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden", erklärt Schneeberger.

Laut Hauptverband würden die Behandlungskosten bei Med-Austron über dem europäischen Durchschnitt vergleichbarer Institute liegen. Und es bestehe nur die gesetzliche Verpflichtung den europäischen Durchschnittswert zu bezahlen, so die Rechtfertigung.