Chronik | Niederösterreich
01.02.2012

Mann aus eiskaltem Kanal gerettet

Ein 43-Jähriger will seinen Hund aus einem eisigen Gewässer retten und stürzt selbst in die Fluten. Rettung naht in letzter Sekunde.

Dramatische Sekunden spielten sich am Dienstagnachmittag am Wiener-Neustädter-Kanal in Kottingbrunn (Bez. Baden) ab. Manfred H. (43) ging mit seinem Hund Diego entlang des Gewässers spazieren. Vermutlich wegen einer Hündin abgelenkt, sprang der liebeshungrige Vierbeiner auf eine Eisscholle und drohte im eiskalten Wasser zu versinken.

„Mein Hund war schon am Ertrinken und ich bin ohne viel nachzudenken in den Kanal gesprungen“, erklärt Manfred H. einen Tag nach der Rettungsaktion. Bevor er seinen geliebten Vierbeiner aus den Fluten retten wollte, alarmierte er noch ein vorbeikommendes Pärchen.

„Die Helferin hat mir eine Leine zugeworfen, während der Mann ein Baustellengitter abmontiert und es zu mir heruntergelassen hat. So konnte ich aus dem Kanal klettern und meinen Diego retten“, sagt Manfred H.

„Wir haben einen Hilfeschrei gehört und sind sofort in Richtung Wiener Neustädter Kanal gerannt“, schildern Karin (36) und Michael Sieberlechner (46). „Wir konnten unseren Augen kaum trauen, als wir den Mann bis zur Brust im eiskalten Wasser zusammen mit dem Hund sahen.“

Kurz vor Kältetod

Die beiden mutigen Retter zogen Herrl und Hund an Land und wärmten sie mit Decken. Rettungskräfte vom Roten Kreuz Bad Vöslau übernahmen die weitere Versorgung. Dramatisch: Manfred H. hatte nur noch 33 Grad Celsius Körpertemperatur, die Bergung erfolgte damit buchstäblich in letzter Sekunde. Bereits einen Tag nach der dramatischen Aktion tollten Hund und Herrl aber wieder herum.