Das Enfant terrible der Kulturszene wollte in Wr. Neustadt „Die letzten Tage der Menschheit“ aufführen.

© KURIER/Jeff Mangione

Wiener Neustadt
05/09/2016

Manker will von seinem Gönner 200.000 Euro

Weil er Theaterstück nicht aufführen darf, zerrt er einen Unternehmer vor Gericht.

von Patrick Wammerl

Für Zuseher ist es wie ein Drama in mehreren Akten. Seit Jahresbeginn scheint Paulus Mankers große Theaterbühne der Gerichtssaal zu sein. Neben dem Strafprozess wegen seiner Irrfahrt mit einer Lokomotive quer durch die historische Serbenhalle in Wiener Neustadt tritt der Künstler auch als Kläger auf. Er will von seinem früheren Förderer, dem niederösterreichischen Kunstmäzen Christian Blazek, genau 207.309 Euro und 62 Cent Schadenersatz. Am Montag trafen die Streithähne einander am Landesgericht Wiener Neustadt.

Blazek hatte Manker als Regisseur lieb gewonnen und 2014 sowie 2015 für seine Aufführung des Welterfolgs "Alma – A Show Biz ans Ende" einen Teil der ehemaligen Rax-Rüstungswerke zur Verfügung gestellt – anfangs unentgeltlich.

Zerwürfnis

Später kam es bekanntlich zum Zerwürfnis, nachdem Manker eine Besitzstörungsklage gegen seinen Förderer einbrachte. Der Halleneigner untersagte daraufhin alle weiteren Vorführungen in seiner Halle. Manker sieht sich deshalb um mehr als 200.000 Euro betrogen. Seinen Angaben nach hatte er mit Blazeks Zustimmung bereits an den Vorbereitungen für ein neues Bühnenspektakel gearbeitet: "Es bestand eine Vereinbarung, dass bis Jahresende 2018 nicht nur Alma, sondern insbesondere auch ,Die letzten Tage der Menschheit‘ aufgeführt werden sollte", erklärt Mankers Anwalt, Dieter Ortner. Die stattliche eingeklagte Summe soll in die Vorarbeiten für das Stück geflossen sein.

Der zuständige Richter versucht herauszufinden, ob Manker tatsächlich Anspruch auf Schadenersatz hat. Wie weit sind die Vereinbarungen zwischen Manker und Blazek gegangen?

Ein Zeuge konnte am Montag darüber wenig Auskunft geben. Blazek selbst will von einer fixen Vereinbarung mit dem Enfant terrible der Kunstszene nichts wissen: "Für Manker war das scheinbar ein Thema, für mich war das aber nicht greifbar", sagt Blazek. Es habe Gespräche gegeben, aber sicher nicht mehr. Außerdem hätte Manker größere Teile der Halle für das Stück benötigt und dies sei nicht möglich gewesen, da der Rest vermietet ist.

Manker und sein Anwalt verwiesen auf einen regen eMail-Verkehr mit Blazek. Dessen knappe Antwort: "Ich lese keinen Betreff von eMails, die ich bekomme."

Für weitere Zeugenbefragungen wird der Prozess im Juni fortgesetzt.

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