"Lernhäuser" machen Schule

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Lernhäuser bieten lernschwachen Kindern kostenlose Hilfe. Ab Februar auch in Niederösterreich.

Nicht für die Schule, sondern für mehr Chancen im Leben wird in den Lernhäusern eifrig gebüffelt. Anfang 2011 wurde die erste derartige Einrichtung in Wien gegründet. Nun entsteht in Neunkirchen das erste Lernhaus Niederösterreichs.

Ins Leben gerufen wurde das Sozialprojekt vom Roten Kreuz und von Kurier Aid Austria (KAA). Trauriger Anlass für die Gründung der KAA war der Tsunami 2004. Die damalige Spendenaktion gab vielen Opfern neue Perspektiven. Um neue Perspektiven, diesmal allerdings für Kinder in Österreich, geht es auch beim Projekt Lernhaus. Mangelnde Deutschkenntnisse und schulische Leistungsschwächen sollen so behoben werden.

„Das Lernhaus ist keine Konkurrenz zur Schule, sondern ein zusätzliches Angebot. Wir sehen schon in der politischen Diskussion, wie wichtig es ist, Deutsch zu lernen. Manche Eltern können ihre Kinder aber beim Üben nicht unterstützen. Wir wollen helfen, gleiche Chancen für alle zu schaffen“, sagte KURIER-Chefredakteur Helmut Brandstätter bei der Präsentation des Projektes im Raiffeisenhaus in Wien. „Gerade Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen muss besondere Aufmerksamkeit zukommen. Wir wollen diesen Kindern unter die Arme greifen, um die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration deutlich zu steigern“, erklärte Obmann Erwin Hameseder, warum sich die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien hier engagiert.

Vier Häuser geplant

Auch das Land Niederösterreich unterstützt die Initiative. Für Landeshauptmann Erwin Pröll wird Eltern und Kindern damit eine große Chance geboten: „Bildung muss für jeden zugänglich sein. Bei den professionellen Pädagogen befinden sich die Kinder in besten Händen und wir wollen diese Einrichtungen weiter ausbauen. In Niederösterreich sind bereits vier Lernhäuser in Planung.“

Willi Sauer, Präsident des Roten Kreuzes NÖ: „Wir wollen Interesse wecken, die Kinder zum Lernen hinführen und ihnen zeigen, dass Lernen Spaß macht.“ Dem konnten sich Hartwig Löger, UNIQA-Vorstandsvorsitzender und Hans-Werner Frömmel, Bundesinnungsmeister Bau nur anschließen.

Das Lernhaus wird im Februar in Neunkirchen an der Volksschule Steinfeld seinen Betrieb aufnehmen. Zwei Pädagogen lernen drei Mal pro Woche jeweils zwei Stunden mit rund 15 Volksschülern. Die Finanzierung erfolgt in erster Linie von Kurier Aid Austria; darüber hinaus kommt Geld vom Land Niederösterreich sowie von Raiffeisen Niederösterreich-Wien und privaten Spendern.

( Kurier ) Erstellt am 12.01.2013