Pächterverein ruft Papst zu Hilfe

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Nach drittem Brief an den Vatikan-Chef kam am Montag eine Antwort.

Im Kirchenstaat in Rom wird kräftig aufgeräumt und es gibt reichlich zu tun. Deshalb hätte die Beantwortung der Hilferufe aus Langenzersdorf ein wenig länger gedauert.

Auszug aus Brief an den Papst samt Ankündigung, dass Karrieristen in der Kirche keinen Platz haben
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Zwei Mal hatte der Pächterverein im Herbst an den obersten irdischen Kirchenhüter in Sachen Dauerclinch mit dem Chorherrenstift Klosterneuburg interveniert. Titel des Briefes: " Papst Franziskus, wir bitten Dich, erhöre uns!" Doch die Antwort vom Vatikan-Chef blieb aus.

Postwendend

Erst als der dritte Brief am Montag abgeschickt wurde, kam postwendend in den Abendstunden die Antwort. Sinngemäße Interpretation des Inhalts: Der Vatikan wolle sich nicht in einen Rechtsstreit im Ausland einmischen. Mit dieser Begründung ist der Pächterverein ganz und gar nicht zufrieden. Man wolle – so Pächtervereinsobfrau Elisabeth Weidenthaler – von "Eurer Heiligkeit" schon eine genaue Antwort und vor allem wissen, wie der Vatikan zu den stiftlichen Geschäftsfeldern steht.

Eiszeit

Wie berichtet, herrscht seit Jahren zwischen Pächtern und Stift wegen massiver Erhöhung der Jahrespacht Eiszeit. Prozesse, bis hin zum Obersten Gerichtshof waren die Folge, brachten aber auch nicht die angestrebte Rechtssicherheit. Ein ungeklärter Punkt ist nach wie vor der Verkauf der Grundstücke an die Pächter. Das wurde Mitte der Neunziger Jahre ohne Begründung eingestellt.

In dem zwei Seiten langen Brief hat der Verein Papst Franziskus in die Genesis mit den verpachteten Stiftsgründen eingeweiht. "Wir möchten uns mit diesen Zeilen an Eure Heiligkeit wenden, da wir keine andere Möglichkeit mehr sehen, unsere Probleme mit dem Stift Klosterneuburg zu lösen", schreibt der Pächterverein. Und, dass es nicht möglich sei mit dem Stift eine Lösung für die rund 40 bis 50 Pächter zu finden, denen einst der Kauf des Grundstückes zu fairen Preisen zugesagt worden sei. Mit "gepfefferten" Passagen (siehe Faksimile) wird nicht gespart.

Am morgigen Donnerstag ist Vorstandssitzung des Pächtervereines. "Da werden wir über weitere Schritt beraten", sagt Weidenthaler.

Erstellt am 16.04.2014