Bau-Wirbel um Großprojekt

© Stefan Straka

Langenzersdorf
11/12/2013

Aufstand in der Kellergasse

Der Investor plant Monsterbau am Bisamberg. Die Anrainer wollen das Naturjuwel erhalten

Ein Schwimmteich so groß wie eine Kleingartenparzelle, dazu eine Saunalandschaft und eine schmucke Villa. Geld spielt bei einem neuen Bauprojekt am Fuße des Bisamberges offenbar eine untergeordnete Rolle. Ein Immobilien-Kaufmann möchte sich auf einem Pachtgrundstück, das an die historische Kellergasse anreiht, den Traum von einer Luxus-Immobilie verwirklichen. Doch den Langenzersdorfern reicht es. Anrainer und eine Bürgerinitiative kämpfen gegen den Bau-Wahnsinn. Sie sehen das Naturjuwel Bisamberg in Gefahr und befürchten, dass die historische Kellergasse (oder was noch davon übrig ist) komplett unter die Räder kommt.

Ladung

Als im April 2012 die Ladung zu einer Bauverhandlung das Nachbargrundstück betreffend einlangte, schrillten bei Franz Hartl in der Kellergasse die Alarmglocken. Der pensionierte Richter und frühere Landesgerichtspräsident rief angesichts des gigantischen Bauprojekts mit noch größeren Erdbewegungen die Bürgerinitiative „Obere Kellergasse“ ins Leben. Übrigens nicht das erste Mal: 1975 wollte der damalige Verteidigungsminister aus strategischen Gründen die Langenzersdorfer Kellergasse zu einer Art Not-Verbindungsstraße zur Kaserne Stammersdorf ausbauen.
Dieses Bestreben konnten die Anrainer mit Hilfe Hunderter Bürger verhindern. Jetzt ist es wieder so ernst wie damals.

Mit Anwalt

Die Anrainer haben sich einen renommierten Wiener Anwalt genommen. „Wir haben echte Angst vor dem aufgeschütteten Schwimmteich und vor den hohen Betonmauern und sorgen uns um den Erhalt der letzten Kellergassen-Ensembles. Notfalls gehen wir bis zum Verwaltungsgerichtshof“, sagt Hartl. Drei Bauverhandlungen hat es schon gegeben. Als nächstes soll bei einem Mediationsverfahren eine Annäherung versucht werden. „Der Bisamberg wird von allen Seiten angeknabbert und es sind viel zu viele Spekulanten am Werk“, sagt Grün-Gemeinderätin Renate Kolfelner. Ihr Vorschlag sind rigorose Auflagen und Bauverbots-Zonen rund um das Naturschutzjuwel.

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