Land schloss drei Jugendheime

Polizeieinsatz in Jugendheim © Bild: KURIER/Gilbert Weisbier

Beamte kamen mit Unterstützung der Polizei und holten alle Bewohner ab

Ohne Vorwarnung fuhren Mittwochvormittag in Beamte der nö. Landesregierung in Begleitung von Polizeibeamten vor drei Jugendheimen vor und schlossen sie per Behördenbescheid. Grund für das Einschreiten in Jaidhof, Bezirk Krems, Ebenfurth, Bezirk Wiener Neustadt, und Sitzendorf an der Schmida, Bezirk Hollabrunn, soll das Ergebnis der Sonderkommission sein, die sich mit Vorwürfen gegen die Führung der Heime auseinander gesetzt hat.

Im entsprechenden Bescheid geht es unter anderem um den Vorwurf, dass Minderjährige psychischer und Physischer Gewalt ausgesetzt werden. Die insgesamt 16 Kinder und Jugendlichen, die in den Häusern wohnten, wurden in Landeseinrichtungen gebracht. für die Betreuer eine unverständliche und unangemessene Vorgangsweise: „Ich bin fassungslos. Das ist eine behördlich angeordnete Retraumatisierung der jungen Leute, denen es bei uns gut gegangen ist“, klagt Stefan Bauer, einer der Geschäftsführer der TG-Therapeutische Gemeinschaften. Wobei einer der sechs Bewohner von Jaidhof den Wirbel nützte und sich verdrückte. Sein Aufenthaltsort ist vorerst nicht bekannt. Aus dem Büro des zuständigen Landesrates Franz Schnabl (SPÖ) heißt es dazu: „Aufgrund erster Hinweise durch die Arbeit der Sonderkommission werden derzeit notwendige Schritte gesetzt und weitere eingeleitet. Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt dabei dem Kindeswohl.“ Mehr will man am Donnerstag bekannt geben. „Man hat uns ständig vertröstet , aber zugesagt, dass wir den Bericht der Kommission erhalten, damit wir Stellung nehmen können. Wir haben nichts getan was eine derartige Maßnahme rechtfertigt“, betont Geschäftsführer Bauer.

( kurier.at ) Erstellt am 07.03.2018