Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Land lässt sich medizinische Versorgung etwas kosten

Wiener Neustadt - Wie kann sich das Land NÖ das leisten? Dies war eine der zentralen Fragen bei der gestrigen Eröffnung der neuen Unfallchirurgie und 2. Internen Abteilung des Landesklinikums Wr. Neustadt. Obwohl in einigen Jahren (kolportiert wird 2018) das Krankenhaus für rund 400 Millionen Euro im Stadtteil Civitas Nova zur Gänze neu gebaut wird, hat man sich am alten Standort einen immerhin 29 Millionen Euro teuren Zubau geleistet.

Landeshauptmann Erwin Pröll ging beim Festakt bewusst auf die Frage ein und sprach im Bezug auf die Investition von einer absoluten Notwendigkeit. Wie eine Filmvorführung veranschaulichte, herrschen speziell auf der alten Unfallabteilung teils desaströse Platzverhältnisse. Die Infrastruktur entspreche schon lange nicht mehr den zeitlichen Standards. Deshalb war ein Neubau unumgänglich. Pröll sprach sogar von zwei Milliarden Euro, die in den kommenden Jahren in das nö. Gesundheitswesen investiert werden müssen. Möglich macht das nicht etwa ein überirdischer "Erwin vom Jupiter", sondern: "Wir leben alle am selben Planeten. Wir schaffen es aber mit den zur Verfügung stehenden Mitteln das bestmögliche herauszuholen", erklärte der Landeshauptmann.

Raumzellen

Nach dem offiziellen Akt wurde der Zubau von Hunderten interessierten Besuchern gestürmt. 108 vorgefertigte Raumzellen wurden zu einem vierstöckigen Gebäude mit 180 Patientenbetten, 18 Intensiv- und Aufwachbetten sowie vier Operationssälen zusammengesetzt. Eine 27 Meter lange Brücke verbindet das neue Satellitenspital mit dem alten Bettenhochtrakt. Bereits am Samstag werden die ersten Patienten in dem funkelnagelneuen Gebäude stationär aufgenommen.