Chronik | Niederösterreich
01.12.2017

Kutschen mit LED-Lichtern

Die Wagnerei Zecha widmet sich der Restauration und Reparatur alter Kutschen.

Erst im Februar dieses Jahres hat Andreas Zecha seine Wagnerei in Pernersdorf, Bezirk Hollabrunn, eröffnet. Schon seit Jahren sammelt er alte Kutschen und landwirtschaftliche Geräte. Darauf wollte er sich weiter spezialisieren.

In ganz Österreich soll es nur drei Wagner geben. Zecha bietet nun nicht nur die Reparatur von Rädern an, sondern macht sie auch selbst. Neben den Rädern widmet sich die Wagnerei Zecha vor allem dem Kutschen-Bau, der Restauration historischer Kutschen und deren Reparatur sowie Modernisierung. Auf Wunsch hat Zecha, der gelernter Kfz-Mechaniker ist, auch Luxus-Accessoires für die Kutschen im Repertoire. So können Kutschen mit Blinkern, LED-Lichtern oder Tachos gepimpt werden. Ab und zu fertigt er auch Zug-Wagen für Rinder oder Hunde an.

Vor allem Bio-Bauern würden sich wieder für das Pflügen mit Kutschen interessieren und es im Alltag einsetzen.

Handarbeit

"Es wird alles in Handarbeit hergestellt. Ich verwende auch nur Geräte, die ebenfalls altertümlich sind", sagt Zecha. Bei einigen dieser Gerätschaften sei es gar nicht so einfach, sie überhaupt zu bekommen. "Die meisten Sachen muss man im Internet bestellt, die bekommt man so gar nicht mehr sonst", beschreibt er. Um einen Speichenhobel hat sich der 41-Jährige bislang ohne Erfolg bemüht. "Der fehlt mir noch in meiner Sammlung." Brauchen würde er diesen, um die Speichen bei den Holzrädern regelmäßig hinzubekommen. "Da muss ich mir einstweilen anders helfen", sagt er und zuckt die Schultern. Wichtig ist ihm bei diesen anderen Hilfsmitteln aber, dass alles händisch und nichts elektronisch gemacht wird. Dafür braucht die Fertigstellung eines Stücks auch seine entsprechende Zeit. Ein Rad nimmt rund zweieinhalb Tage Arbeit in Anspruch. Für eine komplette Kutsche braucht er gar zwei bis drei Monate. Kurz nach der Eröffnung hat er zwei neue Kutschen gebaut und sechs gebrauchte repariert sowie restauriert.

Zecha hat auch mit einer Norika-Zucht begonnen. Momentan macht ihm aber ein Nachbar das Leben finanziell schwer mit verschiedenen Anzeigen und Zerstörungsaktionen.