KURIER.at bei Johanna Maier

Für uns wurde der Abend zu einem grandiosen Gourmet-Fest - für das Hubertus-Team ist es Alltag im Küchen-Olymp.


Filzmoos ist ein beschaulicher kleiner Skiort im Salzburger Land, der neben Wintersportlern aber auch Freunde der hohen Kochkunst anzieht. Den Grund dafür liefert Johanna Maier, die sich mit ihren vier Hauben konstant im Zenit der heimischen Küchen hält. Die Filzmooser sind mit Recht stolz auf die berühmteste Tochter des Ortes: Sogar beim Kreisverkehr-Schild wird schon auf ihr Restaurant Hubertus hingewiesen. Vier kleine Hauben zieren den Wegweiser. Das Ambiente des Restaurants ist sehr heimelig, die geschmackvolle Tischdeko spricht für feminines Feingefühl und das Essen ist unbeschreiblich gut. Dennoch will ich hier versuchen, einige Eindrücke widerzugeben.

50 Essen - 800 Teller

Das Menü bei Johanna Maier kostet 114 Euro, was zwar nicht billig, aber jeden Cent wert ist. Bei 50 Essen werden 800 Teller aus der Küche getragen. Unser Menü begann mit einer Trilogie von Thunfisch, Kalbskopf und Gänseleber-Ildefonso. Ein Gedicht und vielversprechender Vorgeschmack auf das was da noch kommen sollte. Dann ein "Herrengruß von Johanna", ein saftiges Tatar vom Almochsen. Wahrhaft grandios war der bretonische Hummer mit Fenchel, Anis, Orange und Quinoa. Das Fleisch der Schere wurde separat platziert, neben einem gebackenen Froschschenkel. Dazu gab es frischen Vogerlsalat und eine Tasse Caipirinha (!) mit Eis. Ich kann mir nicht vorstellen, dass den Hummer irgendjemand auf der Welt besser machen könnte. Der von Chefsommelier Stefan Feichtenhofer dazu empfohlene Riesling Heiligenstein vom Schloss Gobelsburg harmonierte wunderbar.

Starkes Team

Dietmar Maier dirigiert das Service souverän und sorgt mit Witz und Charme für eine entspannte Atmosphäre. Johanna Maier arbeitet mit viel Liebe und Akribie konzentriert in der Küche, kein Gericht wird ohne ihre Prüfung serviert. Sie ist keine von jenen Küchenchefs, die Promotiontouren machen und sich auf ihr Team verlassen. Es geht weiter mit dem Menü: Der confierte Kabeljau mit den ersten Frühlingsboten war makellos, die folgende Krokette vom Tauernlamm mit roten Rüben und Sauerrahm war wieder ein Highlight. Begleitet von einem passend erdigen Merlot von Loacker aus Südtirol. Eine geniale Kompositon. Aber dann doch noch überboten von geschmorter und rosa gegarter Taube mit Mangold, Boskop und Wan Tan Tascherl. Dazu ein Blaufränkisch Kirschgarten 2004 von Josef Umathum aus der Magnum. Das Dinner steigerte sich zum Gourmet-Fest.

Süßes Finale

Und dann noch eine himmlische Dessert-Offensive: Liebesverführung von Schokolade, Vanille und Cassisfrucht. Begleitet vom Merlot-Portwein von Graf Hardegg. Gefolgt von einem "Endorphin"-Dessertgang mit Orange, Schoko-Lolli, Granny Smith-Sorbet und Süßholzblock. Die Glückshormone hätten wir gar nicht mehr gebraucht. Wir waren schon mehr als glücklich.

(kurier) Erstellt am
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