Chronik | Niederösterreich
23.03.2012

Künstlicher Berg wird Erholungsgebiet

Kiesgrubenbetreiber schütten im Marchfeld eine ausgedehnte Hügelkette auf, die sich die Natur zurückerobern darf.

Berlin hat neun, München hat vier, Stuttgart zwei und Markgrafneusiedl im Marchfeld bekommt jetzt auch einen Berg – einen künstlich aufgeschütteten. Er wird die höchste Erhebung im Marchfeld werden. Atlanten werden neu gedruckt werden müssen, Westösterreicher werden sich künftig im östlichen Weinviertel heimeliger fühlen.

Die Idee zu dem Mega-Projekt wurde in der Gemeinde Markgrafneusiedl geboren, die vom Flugzeug aus betrachtet, hauptsächlich Löcher in der Landschaft aufweist: Zahllose Kiesgruben und Deponien.

In einem mehrjährigen Prozess haben sich nun einschlägige Unternehmen zu einem Projekt zusammengefunden: Die Herzer Bau- und Transport GmbH., die Köhler Kiesabbau GmbH., die Koller Transporte-, Kies- und Erdbau GmbH., die Günther Spindler GmbH. sowie die Cemex Austria AG.

Laut Projektleiter Matthias Reinser sollen die Schottergruben nicht nur mit Baurestmassen und Bodenaushub aufgefüllt, sondern stellenweise sollen sogar Hügel errichtet werden. Ziel sei, eine Fläche von etwas mehr als einen Quadratkilometer zu renaturieren.

Da sich das gesamte Schotterabbaugelände und die Deponiebereiche der Firmen in einem Natura 2000 Gebiet befinden, das noch dazu als Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist, kommt auf die landschaftliche Gestaltung und Nachnutzung des Areals eine große Bedeutung zu. Laut Vizebürgermeisterin Landtagsabgeordneter Karin Renner, Bürgermeister Erwin Hrabal und der geschäftsführenden Gemeinderätin Rosa Hofer, soll auf dem nördlichen Teil der künstlichen „Hügelkette“ eine extensive Landwirtschaft betrieben werden. Im südlichen Teil soll ein parkähnliche Naherholungsgebiet geschaffen werden.

Rund 150 Millionen Euro wird das Projekt verschlingen, dessen Laufzeit mit 30 Jahren angegeben wurde. Noch heuer wird eine UVP dafür beantragt.